Spidla soll tschechischer EU-Kommissar werden

24. Juli 2004, 11:23
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Tschechische Entscheidung sorgt in Brüssel für "Überraschung"

Prag - Die Regierungskoalition in Tschechien will den scheidenden Ministerpräsidenten Vladimir Spidla als EU-Kommissar des Landes vorschlagen. "Alle drei Parteien haben sich auf seine Nominierung verständigt und er ist bereit sie anzunehmen", erklärte eine Sprecherin der Sozialdemokratischen Partei am Freitag der amerikanischen Nachrichtenagentur AP.

Die Europäische Kommission wolle die Nominierung Spidlas zum EU-Kommissar in Brüssel nicht kommentieren, sagte ein EU-Kommissionssprecher gegenüber der tschechischen Nachrichtenagentur CTK. Der Sprecher wies daraufhin hin, dass die Entscheidung über die Kommissionsbesetzung allein zwischen den Regierungen und dem designierten EU-Kommissionschef, Jose Manuel Durao Barroso ausgehandelt werde.

"Überraschung"

Die tschechische Entscheidung den derzeitigen Kommissar Pavel Telicka durch Spidla zu ersetzen, sei in der EU-Kommission mit "einiger Überraschung" aufgenommen worden. Es habe sich um eine "politische Motivation" und nicht um eine "europäische Überlegung" gehandelt, sagte ein EU-Kommissar gegenüber MTI.

Spidla war im vergangenen Monat nach der Niederlage seiner Partei bei der Europawahl zurückgetreten. Der amtierende Führer der Sozialdemokraten, Stanislav Gross, soll eine neue Regierung bilden. (APA)

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    Die Entscheidung, den derzeitigen Kommissar Pavel Telicka durch den scheidenden Ministerpräsidenten Vladimir Spidla zu ersetzen, sorgte für Verwunderung in der EU-Kommission.

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