Aznar wehrt sich gegen Vorwürfe wegen US-Auszeichnung

26. Juli 2004, 13:09
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Ex-Regierungschef überlegt rechtliche Schritte

Madrid - Der frühere spanische Ministerpräsident José Maria Aznar hat Medienberichte zurückgewiesen, denen zufolge er sich mit Steuergeldern eine hohe Auszeichnung des US-Kongresses kaufen wollte. Er habe niemals öffentliche Gelder für eigene Interessen eingesetzt, sagte Aznar in einem am Samstag veröffentlichten Interview der spanischen Tageszeitung "La Razón". Der konservative Politiker kündigte an, nach seiner Rückkehr aus Lateinamerika mögliche rechtliche Schritte gegen diese "Verleumdung" zu prüfen.

Aznar, langjähriger Regierungschef und Vorsitzender der konservativen Volkspartei (PP), ist derzeit in lateinamerikanischen Staaten unterwegs, um sein Buch "Acht Jahre der Regierung - Eine persönliche Sicht Spaniens" vorzustellen.

Aznar soll Steuergelder an Lobby-Vereinigung gezahlt haben

Der den Sozialisten nahe stehende spanische Radiosender Cadena Ser und die PP-kritische Tageszeitung "El Pais" hatten am Donnerstag berichtet, Aznar habe zwei Millionen Dollar Staatsgelder an die Lobby-Vereinigung Piper Rudnick gezahlt. Dafür sollte diese ihm helfen, die Goldmedaille des US-Kongresses zu bekommen. Der spanische Premier, unpopulär wegen des Irak-Krieg-Engagements auf Seiten der USA, brauchte dafür zwischen 200 und 300 Stimmen im US-Kongress, wie "El Pais" berichtete. Die angesehene Anwaltskanzlei Rudnick habe ihm dann eine ausreichende Lobby verschafft. Noch haben die Parlamentarier nicht abschließend über die Verleihung entschieden.

Die außenpolitische Sprecherin der Sozialistischen Partei (PSOE), Trinidad Jimenez, hatte Aznar daraufhin am Freitag "Größenwahn, Egozentrik und Eitelkeit" vorgeworfen. Der Ex-Premier steht im Zusammenhang mit den Terrorakten vom 11. März ohnehin bereits in der Kritik. Er soll Geheimdienstakten unterschlagen haben. (APA/AFP)

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    Neue Vorwürfe gegen den ehemaligen spanischen Premier Jose Maria Azanar.

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