Powell: USA schwer enttäuscht von philippinischer Regierung

24. Juli 2004, 09:28
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Wegen Nachgebens gegenüber Geiselnehmern im Irak

Washington - Die USA sind nach den Worten von Außenminister Colin Powell "schwer enttäuscht" von der Entscheidung der philippinischen Regierung, im Gegenzug zur Freilassung einer Geisel im Irak Truppen aus dem Irak abzuziehen. Das könne Extremisten ermutigen, weitere Ausländer in ihre Gewalt zu bringen, sagte Powell am Donnerstag am Rande eines Treffens mit seinem bulgarischen Amtskollegen Solomon Passi in Washington.

"Wenn man damit anfängt, den Forderungen von Entführern nachzugeben, dann begibt man sich auf einen sehr schlechten und gefährlichen Weg", fügte der Minister hinzu. Er betonte aber zugleich, dass die Philippinen weiter ein Freund und Verbündeter der USA blieben und die Differenzen in dieser Fragen "früher oder später bereinigt" werden müssten. Powell äußerte auch "Freude" darüber, dass die Geisel - ein Lastwagenfahrer - sicher nach Hause zurückgekehrt sei.

Die Philippinen hatten vor wenigen Tagen ihre 50 Soldaten aus dem Irak abgezogen, wie es die militanten Entführer des Mannes gefordert hatten. Die Entführung war eine von vielen in den vergangenen Wochen und Monaten. So sind auch zwei Bulgarier entführt worden. Einer von ihnen wurde inzwischen getötet, der andere befindet sich weiter in der Hand der Kidnapper. Powell lobte auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Passi die anhaltende Weigerung Bulgariens, den Forderungen der Entführer nachzugeben. (APA/dpa)

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