Kritik von Admira-Boss Weiss an VdF

28. Juli 2004, 11:55
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Wegen Anzeige und darauf folgenden Fremdenpolizei-Einsatzes - M. Kovacevic prüft Klage wegen Rufschädigung gegen VdF

Maria Enzersdorf - Admira-Präsident Hans Werner Weiss hat die Vereinigung der Fußballer (VdF) nach den Vorkommnissen im Meisterschaftsspiel am Mittwoch gegen Bregenz scharf kritisiert. "Das war eine mutwillig bösartige Aktion, mit der an einem kleinen Verein ein Exempel statuiert werden sollte", ärgerte sich Weiss über die Anzeige der Spielergewerkschaft wegen fehlender Arbeitsbewilligungen für Admiras Nicht-EU-Ausländer, was ein Einschreiten der Fremdenpolizei in der Südstadt nach sich gezogen hatte. Als Nicht-EU-Ausländer gelten wegen der Übergangsfristen auch Spieler aus den neuen EU-Ländern.

Beim erst kürzlich verpflichteten Kroaten Nenad Bjelica und dem 19-jährigen Ungarn David Mohl (den die Admira als Amateur bezeichnet) wurden die Beamten fündig. Die Spielgenehmigungen der Bundesliga haben die Südstädter, allerdings fehlen die Arbeitsbewilligungen der Behörde. "Das dauert bis zu sechs Wochen, und die Spieler dürften in dieser Zeit nicht einmal mit dem Verein trainieren. Da wäre keine Vorbereitung möglich", sagte Weiss, nach dessen Angaben bis zu dieser Saison ein "Gentlemen Agreement" galt, wonach Nicht-EU-Ausländer schon ab dem Zeitpunkt, an dem der Antrag auf Arbeitsbewilligung gestellt wird, spielberechtigt sind. Diese Vereinbarung sei nun von der VdF gebrochen worden.

Aus diesem Grund will Weiss die Einberufung einer außerordentlichen Präsidentenkonferenz der Bundesliga beantragen. "Man muss gegen die Gewerkschaft vorgehen, noch mehr auf Distanz gehen", forderte der Admira-Boss, der im Zusammenhang mit dem Einsatz der Fremdenpolizei auch Sport-Staatssekretär Karl Schweitzer kritisierte. "Er sollte einmal schauen, dass er ein ordentliches Sportgesetz zusammenbringt."

Laut Weiss erwägt Marijan Kovacevic angesichts der VdF-Behauptung, er hätte gegen die Austria ohne Beschäftigungsbewilligung gespielt, Klage wegen Rufschädigung gegen die Gewerkschaft. Der kroatische Verteidiger besitzt auch einen deutschen Pass. VdF-Geschäftsführer Rudolf Novotny sieht der möglichen Klage nach eigenen Angaben gelassen entgegen. "Dann müsste er die Admira klagen, denn bis Mittwoch war er laut Klub-Homepage Kroate."

Novotny rechtfertigte auch die Namensnennungen der Ex-Admira-Spieler Bozgo, Micheu, Markovic, Barisic und Ziervogel im Zusammenhang mit ausstehenden Gehältern, obwohl die fünf Kicker laut Weiss diese VdF-Vorgehensweise nicht begrüßen. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Spieler begeistert sind, wenn sie kein Geld sehen", so Novotny.

Ob die VdF ähnliche Aktionen wie am Mittwoch in Zukunft auch gegen andere Vereine startet, ließ der Geschäftsführer offen. "Wenn wir feststellen, dass neuerlich Verstöße begangen werden, werden wir das sicher wieder anzeigen."(APA)

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