Täglich ein bis zwei Neuinfektionen in Österreich

26. Juli 2004, 12:02
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Gesundheitsministerin Rauch-Kallat verweist auf Kondom

Wien - Pro Tag infizieren sich laut Angaben von Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat ein bis zwei Personen in Österreich mit dem HI-Virus. Zwar haben die Patienten dank der antiretroviralen Kombinationstherapie über einen relativ langen Zeitraum eine relativ hohe Lebensqualität, "die Krankheit ist aber noch immer unheilbar", so die Ministerin. Der wirksamste Schutz vor Aids sei es, keine wechselnden Sexualkontakte zu haben. Wenn man sie doch hat, sollte man unbedingt ein Kondom verwenden, appellierte Rauch-Kallat.

Insgesamt sind laut Gesundheitsministerin in Österreich rund 6.000 Menschen mit HIV infiziert, davon sind 2.000 manifest erkrankt. 1.000 Personen weisen das Vollbild Aids auf. Seit 1983, dem Beginn der Aids-Statistik, sind in Österreich 1.357 Menschen an der Immunschwächekrankheit gestorben. Davon waren 1.110 Männer und 247 Frauen.

Hohe Steigerungsraten bei Todesfällen

In den späten 80er Jahren bis 1993 habe es hohe Steigerungsraten bei den Aids-Todesfällen gegeben, berichtete Rauch-Kallat. Den Höhepunkt gab es im Jahr 1993 mit 174 Toten, danach sank diese Rate wieder. Im Jahr 2000 starben noch 27 Menschen an Aids in Österreich, 2001 waren es 17, 2002 erlagen 13 Personen der Krankheit und 2003 starben zwölf. Heuer starb bis inklusive 13. Juli ein Aids-Kranker. Zudem ist ein ziemlich klares West-Ost-Gefälle und eine Häufung der Todesfälle in Ballungsräumen zu verzeichnen.

Übertragung von Müttern auf Töchter kein großes Problem

"Es ist nach wie vor eine unheilbare Erkrankung, die in Österreich zu einer chronischen Krankheit geworden ist. Länger als früher können die Patienten eine gewisse Zeit überleben, und das mit relativ hoher Lebensqualität", sagte die Ministerin. Risikogruppen seien nach wie vor Homosexuelle und Drogenkonsumenten, das Problem betreffe aber genauso Heterosexuelle, betonte Rauch-Kallat. Junge Mädchen etwa müssten im Aufklärungsunterricht über die Risiken voll informiert werden.

Anders als in internationalen Statistiken ist die Übertragung von HIV durch Mütter auf ihre Kinder in Österreich kein besonders großes Problem. Insgesamt gab es 26 derartige Fälle seit 1983, 16 davon endeten tödlich. Weltweit sind 2,5 Millionen Kinder mit dem Immunschwäche-Virus infiziert. 2003 gab es rund 700.000 Neuinfektionen bei Kindern unter 15 Jahren. (Apa)

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