Kroatien schreibt weitere Mobilfunk-Lizenzen aus

28. Juli 2004, 18:42
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Drei GSM- und drei UMTS-Lizenzen - Angebotsfrist läuft bis 14. September

Der kroatische Telekommunikationsrat hat am Dienstag drei weitere Mobilfunk-Konzessionen der zweiten Generation (GSM/DCS-1800) sowie drei UMTS-Lizenzen öffentlich ausgeschrieben, wie die kroatische Nachrichtenagentur Hina berichtet. Die Angebotsfrist endet am 14. September.

105 Mio. Kuna für eine GSM-Lizenz

Der Preis für eine GSM-Lizenz wurde mit 105 Mio. Kuna (14,3 Mio. Euro) für das erste Jahr und 0,5 Prozent des Umsatzes in den Folgejahren angesetzt. Für eine UMTS-Lizenz sind im ersten Jahr 132 Mio. Kuna (17,9 Mio. Euro) und in den folgenden Jahren ein Prozent des Umsatzes zu bezahlen, wie die kroatisches Tageszeitung "Vjesnik" am Mittwoch in ihrer Online-Ausgabe berichtete. Eine Kombi-Lizenz (GSM/UMTS) soll im ersten Jahr 172 Mio. Kuna und danach jährlich ein Prozent des Umsatzes kosten. Die GMS-Konzessionen werden auf zehn, die UMTS-Konzessionen auf 20 Jahre erteilt. Bei einer Kombination von GMS- und UMTS-Lizenz wird die Konzession auf 20 Jahre ausgestellt.

Mühe

Es wird erwartet, dass sich die Mobilkom Austria-Tochter VIPnet und die HTmobile um Kombi-Lizenzen bemühen werden. HTmobile ist eine Tochter der Hrvatski Telekom, diese wiederum befindet sich zu 51 Prozent im Besitz der Deutschen Telekom, der auch T-Mobile Österreich gehört. VIPnet und HTmobile haben bereits GSM-Lizenzen für die 900-MHz-Frequenz. Diese Lizenzen wurden für zehn Jahre erteilt und behalten ihre Gültigkeit.

Neuer Bewerber

Die dritte Konzession - kombiniert oder einzeln - könnte einem neuen Bewerber zugesprochen werden, der damit ab Mitte 2005 als neuer Anbieter am kroatischen Markt auftreten könnte.

Die Ausschreibungsunterlagen können bis spätestens bis 13. August 2004 beantragt werden, die Angebotsfrist endet am 14. September 2004 um 12 Uhr. Die Entscheidung über die Vergabe der Lizenzen soll bis 14. Oktober erfolgen.

Interesse

Die Mobilkom Austria werde die Ausschreibungsunterlagen für die Mobilfunk-Lizenzen genau prüfen und dann entscheiden, ob man ein Angebot für eine 1800-er oder eine UMTS-Lizenz legen werde, hieß es aus der Mobilkom-Pressestelle am Mittwoch.

EDGE

Als UMTS-Alternativstrategie hat VIPnet zuletzt auf den Aufbau der Datentechnologie EDGE gesetzt. Der Start mit EDGE sei aber keine endgültige Absage an UMTS in Kroatien, hatte es damals geheißen. Man werde zunächst die Ausschreibungs-Details für die kroatischen UMTS-Lizenzen prüfen und dann entscheiden, ob man EDGE in Kroatien als Ergänzung oder Ersatz von UMTS einsetzen werde. Mit EDGE könne man "Kunden den Zugang zur 3G-Welt sehr schnell ermöglichen, ohne auf regulatorische Fristen wie UMTS-Ausschreibungen und -Zuschläge Rücksicht nehmen zu müssen", hatte Mobilkom-Chef Boris Nemsic damals bemerkt.

Die EDGE-Technologie (Enhanced Data Rates for Global Evolution) vergrößert die Möglichkeiten der GSM- und GPRS-Netze. Die Übertragungs-Geschwindigkeit hängt von der Signalqualität und der Zahl der Kunden ab, die gleichzeitig EDGE nutzen. Angesichts der bisher verfügbaren EDGE-Handys ist die Geschwindigkeit in der ersten Phase auf maximal 220 kbit/Sekunde limitiert(APA)

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