Microsoft belohnt Aktionäre mir 75 Milliarden Dollar

29. Juli 2004, 14:17
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Die größte Zahlung, die je ein Unternehmen an die eigenen Aktionäre gemacht hat

Microsoft will seinen Aktionären in den kommenden vier Jahren insgesamt 75 Milliarden Dollar (60,5 Mrd Euro) zukommen lassen. Es handelt sich um die mit Abstand größte Zahlung, die je ein Unternehmen an die eigenen Aktionäre gemacht hat.

Einmalig

Der weltgrößte Softwarekonzern kündigte am Dienstag nach Börsenschluss eine Dividendenverdoppelung und eine einmalige Sonderdividende von drei Dollar je Aktie oder insgesamt rund 32 Milliarden Dollar an. Außerdem kauft Microsoft in den kommenden vier Jahren eigene Aktien im Wert von bis zu 30 Milliarden Dollar zurück.

mittel

Die Microsoft-Aktien sind nachbörslich in die Höhe geschossen. Die Microsoft-Aktionäre hatten angesichts der riesigen liquiden Mittel des Unternehmen von mehr als 56 Milliarden Dollar, der mageren Microsoft-Dividende und des seit Jahren um 30 Dollar dümpelnden Microsoft-Aktienkurses auf deutlich höhere Ausschüttungen gedrängt.

Microsoft will zukünftig eine Quartalsdividende von acht Cent je Aktie zahlen. Dies läuft auf Jahresbasis auf eine Dividende von 32 Cent je Aktie oder eine Verdoppelung der jetzigen Jahresdividende von 16 Cent je Aktie hinaus. Damit will Microsoft künftig 3,5 Milliarden Dollar pro Jahr ausschütten. Die Zahlung der Sonderdividende hänge davon ab, dass die Aktionäre Änderungen des Mitarbeiter-Aktienplans billigen, um die Microsoft-Bediensteten nicht zu benachteiligen.

Bill und Melinda Gates Foundation

Microsoft-Gründer Bill Gates, der noch rund 1,12 Milliarden Microsoft-Aktien hält, will seinen Sonderdividenden-Anteil von rund 3,3 Milliarden Dollar der mit seiner Frau Melinda gegründeten Bill und Melinda Gates Foundation schenken, berichteten US-Medien. Gates ist mit einem Vermögen von 46,6 Milliarden Dollar nach Angaben des US-Wirtschaftsmagazins «Forbes» der mit Abstand reichste Mann der Welt. Microsoft-Chef Steve Ballmer wird durch die Sonderdividende etwa 1,2 Milliarden Dollar erhalten.

Barmittel von 24 Milliarden Miliarden

Die einmalige Sonderdividende von 32 Milliarden Dollar wird die Microsoft-Barmittel auf etwa 24 Milliarden Dollar reduzieren. Die verdoppelte reguläre Dividende und die Aktienrückkäufe kann der Softwareriese problemlos aus seinen laufenden Erträgen finanzieren. Durch die monumentalen Aktienrückkäufe wird die Zahl der ausstehenden Aktien verringert und der Gewinn je Aktie erhöht.

Rechtsprobleme geklärt

Microsoft-Chef Steve Ballmer und Microsoft-Chefanwalt Brad Smith begründeten die Zahlungen damit, dass die Gesellschaft ihre Rechtsprobleme in den USA weitgehend hinter sich gebracht habe und die noch verbleibenden Risiken wie den Kartellrechtsdisput mit der EU besser überblicken könne. Die EU hat Microsoft in einem Kartellfall mit 497,2 Millionen Euro bestraft. Microsoft hat Berufung eingelegt. Microsoft hatte sich mit Sun Microsystems für 1,6 Milliarden Dollar verglichen und hatte auch andere wichtige US-Rechtsstreitigkeiten durch Vergleiche beigelegt.

"Großartige Wachstumsaussichten"

Ballmer versicherte, Microsoft habe "großartige Wachstumsaussichten". Der Konzern hat nach Darstellung von Analysten weiterhin die Finanzkraft für strategische Firmenaufkäufe. Microsoft hatte vor einiger Zeit mit dem deutschen Softwareunternehmen SAP vergeblich über einen Kauf verhandelt. (APA/dpa)

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