Regionale TV-Strategie bei US-Wahlkampf

30. Juli 2004, 14:49
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Erhebung erkennt Trends und nur wenig inhaltliche Unterschiede

Der US-Wahlkampf wird nicht nur in den großen Metropolen entschieden sondern auch in den kleinen Städten, berichtet die "Los Angeles Times". Die beiden Präsidentschaftskandidaten Georg W. Bush und John F. Kerry verfolgen, laut einer Medienanalyse von Nielson Media Research und der University of Wisconsin , gezielte Media-Pläne und setzen ihre Werbespots zusehends regional ein.

Wobei sich Bush auf kleinere Städte und ländliche Gebiete konzentriert, während sich Kerry in großen Städten und in Vororten bemerkbar macht. Experten messen auch den kleineren Märkten viel Bedeutung bei und meinen, dass sie möglicherweise die Wahl entscheiden können, wie damals bei der Wahl im Jahre 2000.

Stoßrichtung der beiden Parteien

In der Erhebung wurden zwischen März und Juni dieses Jahres 210 US-Medien-Märkte beobachtet mit dem Fokus auf TV-Buchungen der jeweiligen Parteien. Inhaltliche Aspekte wurden in der Beobachtung vordergründig nicht behandelt. Auffallend ist jedoch die Stoßrichtung der beiden Parteien. Der Großteil der Bush-Werbungen beschränkt sich auf massive Kerry-Kritik mit Hauptaugenmerk auf seinen Lebenslauf und sein Programm. Die Demokraten folgen hier den Republikanern und attackieren in ihrer Wahlwerbung auch den amtierenden Präsident George W. Bush.

Die Hauptergebnisse zeichnen ein interessantes Bild der TV-Umsetzung der Wahlkampagnen. Demnach sind fast 60 Prozent der US-Amerikaner in Gegenden zuhause, die bis dato noch nicht von den Kampagnen via lokale TV-Stationen erreicht wurden und das auch in Kalifornien. Beide Seiten wollen verstärkt Frauen und ältere Wähler ansprechen, weil das jüngere Publikum via TV nur schwer zu erreichen sei, so Jeff King von Nielson. Bush hat bis dato auch mehr Seher erreicht als sein Gegner. Der amtierende Präsident konnte im Vorfeld auch mehr Geld lukrieren und wird nächste Woche mit einer Blitzkampagne durchstarten.

Demokraten und Republikaner setzen gemeinsam in deren Media-Strategie auf lokale Sendestationen und nationale Netzwerk-Programme. Aus der Platzierung der Werbeeinschaltungen kann auch herausgelesen werden, dass sich Bush mehr an die männlichen Wähler wendet und Kerry mehr an Frauen. Die TV-Spots der Republikaner sind vermehrt bei Männer-affinen Shows wie "Law&Order", "NYPD Blue" und "Jag" zu sehen. Diese Platzierung sei auch der einzige Punkt, worin sich die Kampagnen unterscheiden, so Kenneth M. Goldstein von der University of Wisconsin. (pte)

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