Vom langen Arm der Stasi

16. Juli 2004, 23:12
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Sprengstofffund bei Südtirol-Aktivist Karl Außerer nährt die Fantasie

Innsbruck - Der Sprengstoff-und Waffenfund beim ehemaligen "Ein Tirol"-Aktivisten Karl Außerer (71) nährt die Fantasie. Die Bozner Neue Südtiroler Tageszeitung will von einer "geheimdienstlich gesteuerten Aktion" eines angeblichen früheren Stasi-Agenten, H. H. wissen und von einem Schreiben, das "vor einem Monat" bei der Tiroler Sicherheitsdirektion eingelangt sei, in dem von Kontakten zwischen Außerer und dem "Agenten" die Rede sei.

"Wir können solche Kreativität kaum unterbinden", sagt dazu der stellvertretende Sicherheitsdirektor Ludwig Spörr. "Ein Schreiben dieser Art kenne ich nicht. Zugegeben, löst das bei mir Erstaunen aus." Es gebe auch keine Ermittlungen zu einer Person namens H. H., so Spörr. Die Behörden schließen derzeit auch einen Zusammenhang mit einer, vergangene Woche bei Brixen in Südtirol gefundenen Rohrbombe aus und dementieren, dass es Hinweise aus Bozen gegeben habe.

"Zufallsfund"

Die Hausdurchsuchung, die zum "Zufallsfund" führte, erfolgte auf Anordnung des Gerichtes - wie berichtet wegen des Verdachts auf Suchtmittelbesitz bei einem Angehörigen. Dem seien polizeiliche Umfeldermittlungen vorausgegangen, so Spörr.

Der Besitz von Sprengstoff ist strafrechtlich nicht relevant. Ermittelt werde wegen illegalen Waffenbesitzes, sagte Staatsanwaltschaft Wilfried Siegele. Gefunden wurden eine Granate, eine MP und Munition, alles "älteren Datums". Außerer, der sich auf freiem Fuß befindet, sage, der Sprengstoff sei 40 Jahre alt. Ergebnisse von Analysen sollen in drei Wochen vorliegen. Es gibt keine Informationen zu ersten Einvernahmen. (bs, DER STANDARD Printausgabe 16.7.2004)

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