"web-barrierefrei"

23. Juli 2004, 14:14
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Netzwerk für behindertengerechte Websites

Websites mit fast ausschließlich visuellen Elementen sind vielleicht schön anzusehen, für sehbehinderte Menschen allerdings eine beinahe unüberwindbare Hürde. Das Netzwerk "web-barrierefrei" engagiert sich seit einem Jahr für barrierefreie Websites und unterstützt Betreiber und Gestalter, ihre Homepages zugänglicher für alle zu machen. Donnerstag feierte "web-barrierefrei" im Rahmen eines Pressegesprächs unter dem Motto "Nicht alle geh'n ins Netz" einjähriges Bestehen.

"WAI"-Richtlinien

Große Teile der Bevölkerung können auf Grund von Behinderungen das Internet nur schwer oder kaum nutzen. Denn die Bilderlastigkeit des Internets stellt für sehbehinderte Menschen eine der massivsten Hürden dar. Daher wurden vom internationalen Konsortium "W3C" (World Wide Web Consortium) die so genannten "WAI"-Richtlinien (Web Accessibility Initiative) ins Leben gerufen. Sie richten sich an Entwickler von Web-Inhalten und stellen Lösungen für Zugänglichkeit in Technik, Inhalt und Design bereit. "web-barrierefrei" unterstützt die Verbreitung diese Richtlinien.

"eEuropa 2002"

So ist etwa im Aktionsplan "eEuropa 2002" die Übernahme dieser Richtlinien für Webseiten der öffentlichen Verwaltung vorgesehen. "Die Homepage des Bundeskanzleramts (BKA) geht mit gutem Beispiel voran", lobte Eva Papst vom Bundes-Blindenerziehungsinstitut die Behörde. Es sei dem BKA ein großes Anliegen, die Webangebote des Hauses allen Menschen zugänglich zu machen, sagte Robert Fischer vom BKA. Mit dem "österreichischen E-Government-Gütesiegel" sei eine Auszeichnung von qualitätsvoll umgesetzten E-Government geschaffen worden, sagte Exekutivsekretär Christian Rupp vom Bundeskanzleramt.

Das Ziel von "web-barrierefrei" ist es allerdings nicht, unterschiedliche Versionen von Web-Inhalten zu gestalten, denn "es gibt keinen guten Grund, Bürger in Kategorien einzuteilen", erklärte Papst eine Position des Netzwerkes. "Web-Inhalte müssen sich an alle Menschen gleichermaßen richtigen", führte Judith Tscherne von "web-barrierefrei" weiter aus - "Barrierefrei meint nutzbar für alle". (APA)

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