Clinton: Deutschland und Frankreich ließen Blair im Stich

16. Juli 2004, 18:15
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Britischer Premier wollte UNO-Waffeninspektoren im Irak mehr Zeit geben

London - Der frühere US-Präsident Bill Clinton hat Deutschland und Frankreich beschuldigt, den britischen Premierminister Tony Blair bei den Diskussionen im Vorfeld des Irak-Kieges "im Stich gelassen" zu haben. In einem in der "Financial Times" (Donnerstagsausgabe) veröffentlichten Interview sagte Clinton, anders als US-Präsident George W. Bush sei Blair dafür gewesen, den UNO-Waffeninspekteuren im Irak mehr Zeit zu geben.

"Aber seine (Blairs) Position wurde von den Regierungen in Paris und Berlin unterwandert. Sie waren unter keinen Umständen dazu bereit, Saddam Hussein von der Macht zu entfernen", sagte Clinton. Blair habe Recht gehabt, aber niemand habe ihn unterstützt. Am Ende habe der britische Premierminister vor zwei "miteinander nicht zu vereinbarenden Alternativen" gestanden." Anders als Bush, so meinte Clinton, habe Blair "nicht den Fehler gemacht", Saddam Hussein mit dem Terrornetzwerk El Kaida in Verbindung zu bringen. (APA)

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