Sernetz peilt für 2005 "erstes echtes Gewinnjahr" an

20. Juli 2004, 13:09
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Neuer Konzernchef will "Großbaustellen" heuer abschließen - "Filetieren der VA Tech legitim", wenn es nicht gelingt, wieder nachhaltig Gewinne zu machen

Wien - Für den Linzer Anlagenbauer VA Tech muss nach den Worten von Neo-Chef Klaus Sernetz 2005 das "erste echte Gewinnjahr" sein. "Heuer müssen und werden wird die Großbaustellen in unserem Konzern abschließen", erklärt Sernetz im Interview mit dem Nachrichtenmagazin "profil".

Noch sei die VA Tech "kein Performer". 2002 und 2003 hatte der Großkonzern wegen teurer Abschreibungen und akuter Probleme in der Wassertechnik (Wabag), aber auch in der Energietechnik (T&D) unterm Strich Verluste geschrieben.

Zu den Chancen für eine Kapitalerhöhung, die von der Kovats-Gruppe sowie Schweizer Aktionären in der Hauptversammlung vom 29. April überraschend zu Fall gebracht wurde, meint Sernetz: "Aufgeschoben ist nicht aufgehoben." Es gebe "guten Grund zur Annahme, dass sich das in etwas anderer Form und ... in etwas geringerer Größenordnung durchaus kurzfristig realisieren lasse".

Sernetz: "Eine außerordentliche Hauptversammlung sollte das idealerweise noch heuer beschließen." Er selbst habe sowohl mit der ÖIAG als auch mit Kovats eine "völlig entspannte Situation".

Sanierungsprogramme

Auf die Frage, ob die Sanierungsprogramme (für Wabag und T&D) so bleiben wie sie bisher geplant waren, sagte der seit 1. Juli neu amtierende VA Tech-Konzernchef: "Grundsätzlich ja. Was den Bereich der Energietransformation und -distribution (T&D, Anm.) betrifft, so wird die Zahl der Mitarbeiter heuer weltweit noch um rund 400 abgesenkt."

Ob es in der Sparte T&D notwendig ist, die bisher geplanten Maßnahmen zu adaptieren, dafür will Sernetz in zwei Monaten eine Antwort parat haben. Er räumt ein, dass das teurer werden kann als bisher vorgesehen: "Diese Restrukturierungskosten sind in der Tat nicht unerheblich. Es könnte auf einen zusätzlichen Finanzbedarf für heuer hinauslaufen."

"Abenteuer mit Netz"

Sollte die VA Tech künftig nicht imstande sein, nachhaltig Gewinne zu machen, "ist sie Geschichte", so Sernetz. Der Einstieg von Kovats sei ziemlich risikofrei erfolgt. "Er wusste genau, da kann nicht viel schief gehen, denn schlimmstenfalls ist die Summe der Einzelteile mehr wert als das Ganze. Es war ein Abenteuer mit Netz", sagt der VA Tech-Chef.

Für die Unternehmensführung gebe es nun zwei Szenarien. "Szenario eins ist eine performende VA Tech, die branchenübliche Renditen abwirft", betont Sernetz. Das zu erreichen sei Ziel des Vorstands. "Wenn es nicht gelingt, dann muss man akzeptieren, dass dieses Unternehmen in dieser Konstellation und mit diesem Vorstand nicht performen konnte. Und dann ist ein Filetieren der VA Tech legitim." (APA)

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