Russland will die GUS nicht dominieren

13. Juli 2004, 14:44
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Präsident Putin: Strategische Beziehung mit Washington ausbauen sowie gutes Verhältnis zur Gemeinschaft Unabhängiger Staaten

Moskau - Präsident Wladimir Putin hat am Montag in Moskau gesagt, es gebe keinen Automatismus dahingehend, dass Russland das Recht habe, die Beziehungen zu anderen ehemaligen Sowjet-Staaten zu dominieren. Putin sagte vor russischen Diplomaten des Außenministeriums in Moskau, dass Russland seine strategische Beziehung zu den USA fortsetzen wolle, die nach den Anschlägen des 11. Septembers eingeschränkt waren.

Gute Beziehungen sind Russland wichtig

Moskaus oberste Priorität bestehe aber auch weiterhin darin, gute Beziehungen zu den ehemaligen sowjetischen Republiken zu pflegen, sagte Putin. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 schlossen sich zwölf ehemalige sowjetische Republiken zur Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS) zusammen. "Wir müssen Russlands Beziehung zu anderen GUS-Ländern so attraktiv wie möglich gestalten - nicht nur für uns, sondern auch für sie (die anderen Länder)", sagte der russische Präsident in seiner Rede.

"Wir sollten keine Zeit mit eloquenten Phrasen vergeuden - wie etwa, dass Russland das Recht habe, das Territorium der GUS zu führen." Die Annahme, dass "niemand anderer als wir das Recht zu führen hat, ist falsch, illusorisch und Irre führend", fügte Putin hinzu.

Russland ist nach wie vor der dominierende Staat in der Region, nicht zuletzt auf Grund seiner stark wachsenden Wirtschaft. Es ist auch das einzige ständige UNO-Sicherheitsratmitglied und die einzige Atommacht unter den GUS-Ländern. Gegner befürchten, Putin strebe danach, die GUS-Länder wieder unter die Kontrolle und den Einfluss Moskaus zu stellen.

Im vergangenen Jahr stand mit dem ukrainischen Präsidenten Leonid Kutschma erstmals kein Russe an der Spitze der GUS. Die Hoffnung, die GUS könnte sich zu einem post-kommunistischen gemeinsamen Markt entwickeln, hat sich nicht bewahrheitet.

Im April übernahm Moldawien den GUS-Vorsitz. Der GUS gehören Russland, Armenien, Kasachstan, Kirgisien, Tadschikistan, Turkmenien, Ukraine, Usbekistan, Weißrussland, Georgien, Moldawien und Aserbaidschan an. (APA/Reuters)

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