Putin will Österreich Staatsvertrag-Dokument zu Verfügung stellen

12. Juli 2004, 17:15
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Fischer bat russischen Präsidenten darum - Putin wird sich dafür einsetzen

Wien - Der russische Präsident Wladimir Putin will sich dafür einsetzen, dass das Original-Dokument des Staatsvertrags Österreich für die Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag zur Verfügung gestellt wird. Das Original-Dokument befindet sich nämlich im russischen Staatsarchiv in Moskau. Bundespräsident Heinz Fischer habe das russische Staatsoberhaupt heute, Samstag, um das Dokument gebeten, teilte Fischers Sprecher, Bruno Aigner, am Samstag der APA mit. Putin habe zugesagt, sich bei den zuständigen Stellen dafür einzusetzen.

Historisches Dokument: "Österreich ist frei"

Am 15. Mai 1955 hatten die Außenminister der vier Siegermächte Sowjetunion, USA, Großbritannien und Frankreich im Schloss Belvedere in Wien den Staatsvertrag signiert. Für Österreich unterzeichnete Außenminister Leopold Figl. Anschließend zeigte er das Dokument stolz der jubelnden Menge: "Österreich ist frei!"

Laut Historikern gibt es fünf Originale des Staatsvertrags. Jenes in Moskau sei nicht nur das mit Siegeln versehene. Es sei auch jenes, das Leopold Figl am 15. Mai 1955 der Öffentlichkeit präsentierte, erklärte der Leiter des Ludwig Boltzmann-Instituts für Kriegsfolgen-Forschung, Stefan Karner. Heimische Politiker wollten das Dokument deswegen für die Feierlichkeiten und die Ausstellung "50 Jahre Staatsvertrag" auf der Schallaburg nach Österreich holen. Eine Entscheidung der russischen Stellen stand bisher noch aus.

Fischer führte am Rande der Trauerfeierlichkeiten für den verstorbenen Bundespräsidenten Thomas Klestil ein Gespräch mit Putin. Beide Politiker hoben dabei laut dem Sprecher Fischers die "guten freundschaftlichen Beziehungen" und das "hohe Niveau" des Verhältnisses zwischen beiden Ländern hervor. (APA)

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