Siemens-Chef Von Pierer gibt 2005 Konzernführung an Strategiechef ab

14. Juli 2004, 10:27
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Kommunikationssparten werden zusammengelegt

Der Chef des deutschen Siemens-Konzerns, Heinrich von Pierer, gibt den Vorstandsvorsitz Anfang 2005 an Klaus Kleinfeld ab. Pierer wolle mit der Hauptversammlung am 27. Januar in den Aufsichtsrat wechseln und den Vorsitz des Kontrollgremiums übernehmen, teilte Siemens am Mittwoch überraschend mit. Zugleich kündigte Siemens - ebenfalls überraschend - die Zusammenlegung von Festnetz- und Mobilfunksparte an.

"Verjüngung an der Führungsspitze"

Von Pierer stand seit 1992 an der Spitze des größten deutschen Elektrokonzerns. Mit seinem Wechsel in den Aufsichtsrat leite Siemens "die Verjüngung der Führungsspitze des Unternehmens ein", so der Konzern, der weltweit 417.000 Mitarbeiter beschäftigt. Viele Branchenkenner hatten damit gerechnet, dass er noch bis 2006 weitermacht. Der 46-jährige Deutsche ist derzeit für das Arbeitsgebiet Information und Kommunikation verantwortlich. Zuvor hatte er unter anderem das US-Geschäft von Siemens auf Vordermann gebracht. Er galt als Favorit für die Nachfolge Pierers, seit ihm die Verantwortung für die Hightech-Sparten übertragen wurde.

Um einen nahtlosen Übergang zu gewährleisten, soll Kleinfeld zum 1. August bereits stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Siemens werden. Der Aufsichtsrat muss den Personalwechseln auf seiner Sitzung am 28. Juli noch zustimmen. Die Lösung ist aber mit dem Aufsichtsrats-Präsidium bereits abgestimmt.

Unerwartet

Pierers Vertrag wäre eigentlich mit Ende des Geschäftsjahres zum 30. September dieses Jahres ausgelaufen. Er hatte aber bereits angedeutet, dass er den Vertrag noch einmal verlängern wolle. In Branchenkreisen war damit gerechnet worden, dass er bis zur Hauptversammlung 2006 weitermacht. Allerdings wird der amtierende Aufsichtsrats-Chef Hermann Baumann im kommenden Jahr 70 Jahre alt und erreicht damit die satzungsgemäße Altersgrenze.

Die Zusammenlegung von ICN und ICM ist eine der größten Umstrukturierungen von Siemens in den vergangenen Jahren. Festnetz und Mobilfunk näherten sich immer stärker an, sagte ein Siemens- Sprecher. Diesen Trend stelle man auch bei den Kunden fest. Die Leitung der neuen Telekommunikations-Einheit soll Lothar Pauly übernehmen, derzeit Bereichsvorstand bei ICM. Der ICM-Vorsitzende Rudi Lamprecht sei künftig unter anderem für die Betreuung der Region Afrika und Naher und Mittlerer Osten zuständig. ICN-Chef Thomas Ganswindt verantwortet künftig das Arbeitsgebiet Information und Kommunikation, das bisher der designierte Siemens-Chef Kleinfeld führte.(APA/dpa)

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