Festspieldialoge '04 zu "Amor und Passio"

23. Juli 2004, 19:55
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Sieben Vorträge über Liebe und Leid

Salzburg - "Amor und Passio", also Liebe und Leid, oder auch Leidenschaft - das ist der Titel der Salzburger Festspieldialoge 2004. Zum elften Mal gibt es die von Ex-Intendant Gerard Mortier initiierte Serie von Vorträgen als Ergänzung zum aktuellen Festspielprogramm. Heuer hat der für den Inhalt der Festspieldialoge verantwortliche Kultursoziologe und Sozialwissenschafter der Universität Salzburg, Michael Fischer, im Auftrag des Vereins der Freunde der Salzburger Festspiele Künstler und Wissenschafter wie Festspielintendant Peter Ruzicka, den designierten Schauspielchef der Festspiele, Martin Kusej, den Politologen und Germanisten Hans-Thies Lehmann, den Sadologen (Experte für das Werk von de Sade, Anm.) Stefan Zweifel oder den Terrorismus-Experten Luca di Blasi engagiert.

Oper statt Religion

"Seit Beginn der Festspieldialoge im Jahr 1994 geht es darum, die Relevanz der Oper für die Gesellschaft und für das Individuum anhand der aktuellen Opernproduktionen zu beleuchten, und zwar aus der Sicht von Persönlichkeiten aus vielen künstlerischen und wissenschaftlichen Sparten", behauptet Fischer: "Denn die Geschichte der Oper ist zugleich die Geschichte der Individualisierung des Menschen. Die großen Gefühle des Abendlandes sind Kernthemen in der Oper und haben die Religion abgelöst. Spiritualität ist heute fast ausschließlich über künstlerische Ereignisse erfahrbar. Insofern ist die Oper unsterblich und wird selbst dann weiterleben, wenn niemand mehr nachkommen sollte, der gute und breitenwirksam kraftvolle Partituren schreibt."

"Vom kalten und heißen Sprechen in der Kunst" (Emil Brix, am 2. August), "Schrei und Gesang, Schmerz und Lust" (Stefan Zweifel, 5. August), "Liebe als Verlust" (Luca di Blasi, 18. August) und "Amor et Passio: Die Seele ausleeren. Opernarbeit mit Mozart" (Martin Kusej, 19. August) heißen vier der Vorträge, die allesamt um sieben Euro im Schüttkasten der Festspiele gehört werden können. Zum Teil sollen die Vorträge im Internet unter www.festspielfreunde.atveröffentlicht werden. (APA)

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