Südafrika: Berufung erspart Winnie Mandela Gang in die Haftzelle

7. Juli 2004, 13:18
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68-Jährige vom Vorwurf des Diebstahls freigesprochen

Pretoria - Winnie Mandela, die einstige Symbolfigur des Anti-Apartheid-Kampfs in Südafrika, ist durch den Spruch eines Berufungsgerichts einer mehrmonatigen Haftstrafe entgangen. Das Gericht in der Hauptstadt Pretoria milderte das im Vorjahr verhängte fünfjährige Strafmaß wegen Betrugs und Diebstahl am Montag in eine Bewährungsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten ab. Zuvor hatte es die 68-jährige Ex-Frau des ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas, Nelson Mandela, vom Vorwurf des Diebstahls freigesprochen. Zu ihren Gunsten wertete der Richter, dass sie sich nicht selbst bereichern wollte.

Winnie Mandela war vergangenes Jahr für schuldig befunden worden, als Vorsitzende des Frauenverbands des African National Congress (ANC) 43 Kreditanträge für vermeintliche Mitarbeiter unterschrieben zu haben. Ferner habe sie in 25 weiteren Fällen von Mitarbeitern Monatsbeiträge für einen Fonds kassiert, ohne sie dort gemeldet zu haben. Ihre Anwälte hatten argumentiert, ihre Mandantin hätte Verträge unterschrieben, ohne sie gelesen zu haben. Mit dem Geld zahlte sie eine Mitarbeiterin. Winnie Madikizela-Mandela - wie sie sich seit der Scheidung von Nelson Mandela nennt - war nach dem Urteil vom 25. April 2003 von ihren politischen Ämtern in der Führungsspitze der regierenden ANC-Partei zurückgetreten. (APA/dpa)

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    Freude bei Winnie Mandela nach dem Freispruch

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