Sadr: "Widerstand bis zum letzten Blutstropfen"

6. Juli 2004, 18:45
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"Übergangsregierung ist illegitim" - Schiiten-Führer will völlige Souveränität und "ehrliche Wahlen"

Bagdad - Der radikale irakische Schiiten-Führer Muktada al Sadr will seinen Widerstand auch unter der neuen Übergangsregierung nicht aufgeben. In einer am Sonntag von seinem Büro in Najaf verbreiteten Erklärung bezeichnete er die Interimsregierung von Ministerpräsident Iyad Allawi als "illegitim". "Wir geloben dem irakischen Volk und der Welt, dass wir den Widerstand gegen Unterdrückung und Besatzung bis zum letzten Blutstropfen fortsetzen werden", hieß es in der Erklärung.

Noch am 12. Juni hatte Sadr Dialogbereitschaft mit der neuen Regierung signalisiert, die am Montag voriger Woche die Macht von der amerikanischen Zivilverwaltung übernommen hat. "Ich unterstütze die neue Übergangsregierung", erklärte er vor drei Wochen. Er sei zu einem Dialog bereit, wenn sie auf ein Ende der US-Militärpräsenz hinarbeite.

In der neuen Erklärung hieß es nun, die gegenwärtige Regierung sei illegitim und illegal. "Wir fordern die völlige Souveränität und Unabhängigkeit mittels ehrlicher Wahlen."

Wenige Stunden zuvor hatte Ministerpräsident Allawi im amerikanischen Fernsehsender ABC noch gesagt, er habe sich mit einer Abordnung Sadrs getroffen, die zur Vermittlung bereit sei.

Sadrs Miliz leistete seit April Widerstand gegen die Koalitionstruppen. Die Kämpfe in der Stadt Najaf wurden vorigen Monat mit einer Waffenruhe beendet. Die US-Truppen erklärten, sie würden das weitere Vorgehen gegen den von ihnen per Haftbefehl gesuchten Sadr der Übergangsregierung überlassen. (APA/AP)

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