Regierung will Stadien füllen

20. Juli 2004, 11:22
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Notmaßnahmen aus Angst vor leeren Tribünen in Athen

Athen - Die Angst vor leeren Tribünen während der Olympischen Spiele (13. bis 29. August) ist groß in Griechenland. Der Regierung in Athen greift nun offenbar zu einer Notmaßnahme. Tausende Eintrittskarten sollen gekauft werden und als Geschenk an Staatsbedienstete und ihre Familien abgegeben werden. Wie die Athener Zeitung Eleftherotypia am Sonntag berichtete, werde die Regierung in Athen in den kommenden Tagen gesetzlich regeln, welche Ministerien wie viele Karten kaufen und an wen sie sie verteilen werden.

Belohnte Beamte

Allein der rein staatliche Bereich, die Ministerien, plant für seine Beamten rund 300.000 Tickets zu kaufen. Die Gesamtzahl könnte im Millionenbereich liegen, wenn auch die öffentlich-rechtlichen Unternehmen Eintrittskarten erwerben. Nach offiziellen Angaben waren bis Anfang Juni rund 1,8 Millionen Tribünenplätze im Vorverkauf gebucht worden. 3,5 Millionen Tickets befanden sich zu diesem Zeitpunkt noch im Bestand des Athener Organisationskomitees (Athoc).

Ladenhüter sind vor allem billige Karten für die Vorrunden sowie für in Griechenland nicht populäre Sportarten wie Hockey und Softball. Kassenmagnet sind nach den Erfolgen der griechischen Nationalmannschaft bei der EM in Portugal hingegen die Spiele des olympischen Fußballturniers, auch wenn dort nicht die Besten der Welt kicken. In den vergangenen Tagen seien 105.000 Karten verkauft worden. Als Ursachen des insgesamt schleppenden Absatzes gelten hohe Preise vor allem an Finaltagen sowie das komplizierte Verkaufssystem. Außerdem kaufen die Griechen traditionell in letzter Minute und bestellen fast nie im Voraus. (dpa, APA - DER STANDARD PRINTAUSGABE 5.7. 2004)

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