Schweiz: Freie Journalisten fühlen sich in ihrer Existenz bedroht

14. Juli 2004, 14:35
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Eindringlicher Appell an die Verleger - Gesamtarbeitsvertrag gekündigt

Angst macht den freien Journalisten in der Schweiz die Weigerung der Verleger, weiterhin Mindesthonorare festzulegen. In einer am Wochenende in Basel verabschiedeten Resolution wird daran erinnert, dass in den Mindesthonoraren bisher auch die Anteile für Ferien, 13. Monatslohn, Nacht- und Wochenendarbeit enthalten waren. Für ihre "Arbeit auf Abruf" seien die Honorare "alles andere als fürstlich", betonten die freien Berufsjournalisten des rund tausend Mitglieder zählenden Verbands impressum auf ihrer Generalversammlung. Sie fordern den Abschluss eines neuen Gesamtarbeitsvertrages (GAV). Ende Juli läuft der von den Verlegern einseitig gekündigte GAV 2000 aus.

Verhandlungen werden verschleppt

Die Verhandlungen über einen neuen GAV würden von Verlegerseite seit einem Jahr verschleppt, kritisierte impressum-Zentralsekretär Daniel Waser. Bei einem vertragslosen Zustand müssten die freien Berufsjournalisten um ihre Existenz bangen. Schon jetzt gebe es Verlage, die die Honorare für freie Journalisten auf ein Viertel - oder noch weniger - der bisher gültigen Mindesthonorare gedrückt hätten. In der einstimmig verabschiedeten Resolution heißt es, die seit Jahrzehnten gepflegte Sozialpartnerschaft dürfe nicht aus kursichtigen konjunkturellen Gründen über Bord geworfen werden.

"Völlig absurd"

Als "völlig absurd" wird die Vorstellung der Verleger bezeichnet, die rund 1500 im Berufsregister eingetragenen freien Journalisten der Deutschschweiz könnten mit den Verlagen Einzelverträge abschließen. Dieser "ungeheure bürokratische Aufwand" müsse in der heutigen kostenbewussten Zeit verhindert werden. (APA/sda)

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