Rebellen lehnen Teilnahme an Friedensverhandlungen ab

12. Juli 2004, 21:34
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Bombardements selbst während Annans Besuch

Khartum - Die Rebellen in der sudanesischen Krisenregion Darfur haben eine Teilnahme an den für Freitag geplanten Friedensverhandlungen im Nachbarland Tschad abgelehnt. Sie beschuldigten die Regierung in Khartum, selbst während des Besuchs von UN-Generalsekretär Kofi Annan Darfur bombardiert zu haben.

Annan hatte am Vortag Flüchtlingslager in der Region besucht. Er warnte, angesichts der beginnenden Regenzeit könnten noch mehr Flüchtlinge in den Tschad kommen, wodurch sich die humanitäre Situation weiter verschlechtern könnte. Die Vereinten Nationen (UN) halten die Lage in Darfur für die schlimmste Katastrophe für die Menschen weltweit. Von ihr sind etwa zwei Millionen Menschen betroffen.

Nigeria schickt Truppen

Die sudanesische Regierung hatte den Beginn von Friedensverhandlungen unter Einbeziehungen der Rebellen für Freitag in der Hauptstadt des Tschad, N'Djamena, zugesagt. Nigeria bereitete unterdessen die Entsendung von Friedenstruppen in die Region vor.

Ein Sprecher der Gerechtigkeits- und Gleichheitsbewegung (JEM) sagte, seine Gruppe werde nicht an Friedensverhandlungen im Tschad teilnehmen, weil Regierungstruppen weiterhin Gebiete in Darfur bombardierten und arabische Milizen noch immer afrikanische Dörfer angriffen. Dagegen hatte der sudanesische Innenminister den USA zugesichert, die Kämpfe zu beenden und beschleunigt auf politische Verhandlungen hinzuarbeiten. Ein am 8. April vom Tschad vermittelter Waffenstillstand war seither immer wieder gebrochen worden, wofür beide Seiten sich gegenseitig beschuldigten.

Annan sagte am Freitag, die Regierung in Khartum habe versprochen, die schwarzafrikanischen Flüchtlinge zu beschützen, wenn sie aus den Lagern im Tschad in die Krisenregion Darfur zurückkehrten. "Wir verhandeln mit der sudanesischen Regierung und sie hat versprochen, für Sicherheit zu sorgen, dass die Menschen zurückkehren können", sagte er.

Nigeria bereitet sich einem Militärsprecher zufolge auf die Entsendung von 120 Blauhelmsoldaten zur Friedenssicherung im Sudan vor. "Die nigerianische Armee ist aufgefordert worden eine Kompanie mit rund 120 Soldaten zur Friedenssicherung in den Sudan bereitzustellen. Sie warten auf den Marschbefehl des nigerianischen Verteidigungsministeriums", sagte der Sprecher. Der UN-Sicherheitsrat hatte im vergangenen Monat erklärt, er erwäge grünes Licht für einen Einsatz, der die Umsetzung der geschlossene Verträge im Sudan erzwingen und einen endgültigen Friedensvertrag im längsten Bürgerkrieg Afrikas durchsetzen solle.

Im Sudan herrscht Krieg, seit die Regierung im Jahr 1983 versucht hat, die Gesetze der islamischen Scharia im Süden des Landes durchzusetzen, dessen Bevölkerung dem Christentum oder Naturreligionen angehört. (Reuters)

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