Luxus-Schloss für Feriengäste und Grabstätte von Mordopfern

6. Juli 2004, 11:26
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Serienmörder hat mindestens zwei seiner Mordopfer auf dem Grundstück vergraben

Donchery - Bis zum vergangenen Jahr diente das malerische Schloss Sautou in den französischen Ardennen als Gästehaus der Luxusklasse - mit Pool und Sauna. Den Gästen dürfte nachträglich ein Schauer über den Rücken laufen, wenn an diesem Wochenende auf dem 15-Hektar-Gelände die Ausgrabungsarbeiten beginnen: Nach dem Geständnis des Waldarbeiters Michel Fourniret sind dort mindestens zwei seiner mutmaßlich zehn oder mehr Mordopfer vergraben.

Der 62-jährige Franzose rückt etappenweise mit seinen Erzählungen über die Serie von Morden heraus, die er zwischen 1987 und 2001 verübte. Das Schloss gehörte ihm von 1988 bis 1990. Die 1989 erwürgte zwölfjährige Elisabeth Brichet aus Belgien und mindestens ein weiteres Opfer Fournirets sollen dort vergraben sein.

Mit Bagger Gruben ausgehoben

"Er hat die Immobilie mit 15 Hektar Grundstück 1988 für zwei Millionen Francs (rund 305.000 Euro) gekauft", sagte Alexandre Songue-Dipoko von der Stadt Donchery dem Pariser "Figaro". "Dann hat er das heruntergekommene Gebäude vollständig in Stand gesetzt." Ein Nachbar, Robert, sagte der Tageszeitung "Liberation" , er habe Fourniret einmal dabei beobachtet, wie er mit einem Bagger Gräben aushob. Auf seine Frage, wozu das diene, antwortete Fourniret demnach, er wolle seine Telefonleitung neu verlegen.

Privatleute kauften Schloss

Schloss Satou wurde im 19. Jahrhundert von einem Senator errichtet und diente lange als Jagdschloss. Im vergangenen Jahr wurde es an Privatleute verkauft. Das Schloss liegt nördlich von Sedan und fünf Kilometer südlich der französisch-belgischen Grenze abgeschieden in einer Hügellandschaft. (APA)

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