Sprung vom Moskauer Fernsehturm: Österreicherin außer Lebensgefahr

6. Juli 2004, 10:51
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Extremsportlerin hat sich im offenen Fallschirm bei Basejump verheddert und ist gegen Mauer geprallt

Moskau - "Gehirnprellung mit Ödem" lautet die ärztliche Diagnose über den derzeitigen Gesundheitszustand von Christina G., jener Österreicherin, die am Donnerstag bei einem Fallschirmsprung in Moskau schwer verunglückte. Die Situation sei ernst, es bestehe jedoch keine Lebensgefahr, hieß es aus der angesehenen Moskauer Botkin-Klinik, die für ihre effizient durchgeführten Notoperationen bekannt ist.

Auf Grund des Ödems könne sich der Gesundheitszustand allerdings jederzeit ändern und auch Lebensgefahr auftreten.

Eltern bereits in der Klinik

Dass die körperliche wie psychische Verfassung der verunglückten Österreicherin relativ gut ist, zeigen auch deren erste Regungen nach dem Unfall. So nahm Christina G. russischen Nachrichten zufolge heute schon per Mobiltelefon Kontakt mit ihrem Freund auf. Nach Angaben des Pressesprechers der österreichischen Botschaft in Moskau, Wolfgang Banyai, sind mittlerweile auch die Eltern der Extremsportlerin in der Klinik eingetroffen. Der Vater war noch gestern Abend, einige Stunden nach dem Unfall, vom Bürgerservice des österreichischen Außenministeriums über das Unglück informiert worden.

Basejump-Veranstaltung

Dementiert werden mussten erste Meldungen einer russischen Nachrichtenagentur, wonach es sich beim Unglückssprung um eine Einzelaktion sowie einen Rekordversuch der Österreicherin gehandelt habe. Vielmehr war es eine Basejump-Veranstaltung mit internationaler Beteiligung, wovon der Ostankino-Fernsehturm nur eine Station dieses Wettbewerbs bildete.

Im offenen Fallschirm verheddert

Wie Bilder des russischen Senders ORT offenbarten, verhedderte sich der bereits offene Fallschirm der Österreicherin in einem am Turm fixierten Gerüst. G. schlug folglich mit voller Wucht gegen den Betonklotz und pendelte regungslos und mit blutverschmierten Gesicht minutenlang hin und her.

Rätselraten besteht weiterhin über den Auslöser des Unfalls. Die Argumentationen reichen von "menschlichem Versagen", welches sich durch eine falsche Steuerung des Fallschirmes manifestiert habe bis hin zur "Opfer-Theorie": die Sportlerin sei einer plötzlich aufkommenden Windböe ausgesetzt gewesen, die Christine G. nicht weit genug weg vom Turm springen ließ.

Basejumpin

Basejumping, auf Deutsch Objektspringen (BASE steht für "B" wie "Building", "A" wie "Antenne", "S" für "Span" und "E" für "Earth"), gilt als eine der gefährlichsten Sportarten überhaupt, die laut Auskunft des "Vereines deutscher Objektspringer" nur bei genügend Erfahrung im gewöhnlichen Fallschirmspringen ausgeübt werden darf.

Österreichische Basejumper

Österreich hat mit dem Salzburger Felix Baumgartner einen der besten Basejumper der Welt, der sich bereits von den höchsten und berühmtesten Gebäuden der Welt warf, unter anderem von der Christus-Statue in Rio de Janeiro oder von den Twin Towers in Kuala Lumpur. Erst vor zwei Wochen verunglückte ein Oberösterreicher bei einem Objektsprung tödlich.(APA)

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