Die "versteckten" Urlaubskosten

5. September 2004, 21:53
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Tanken, Maut und Strafen können das Ferienbudget überbelasten

Wien - "Billig war's nicht" - wer bei der Urlaubsabrechnung die Augen verdreht, weil das Ferienbudget deutlich überschritten wurde, ist wahrscheinlich ein Opfer "versteckter" Kosten geworden. Vor allem bei Autoreisen ins Ausland wird oft falsch kalkuliert. Tanken, Maut und eventuelle Verkehrsstrafen können sich gehörig aufs Konto schlagen.

Im Folgenden ein STANDARD-Überblick über die Börselschlankmacher:

Treibstoff:

Mit durchschnittlich 39,15 Euro für eine 50-Liter-Tankfüllung Diesel und 47,95 Euro für die gleiche Menge Eurosuper gehört Österreich eher zu den billigeren Ländern Europas. Wesentlich weniger muss man nur in Spanien (36,95 Euro für 50 Liter Diesel, 44,10 für Eurosuper), in Griechenland (Diesel: 35,95 Euro, Eurosuper: 39,75 Euro) und in Luxemburg (Diesel: 33,80 Euro, Eurosuper: 46 Euro) hinblättern.

Absoluter Spitzenreiter bei Diesel ist laut Liste des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) Großbritannien: 62,10 Euro. Aber auch in Italien und in der Schweiz kann es beim Tanken teuer werden: bis zu 46,65 Euro fressen dort 50 Liter Diesel. Superteures Super gibt es in den Niederlanden (62,85 Euro für 50 Liter) und in Großbritannien (61,30 Euro). Es folgen Italien (57,15 Euro), Finnland (56,20 Euro) und Deutschland (55,85 Euro). Von den neuen EU-Ländern liegt lediglich Slowenien knapp unter den heimischen Treibstoffpreisen.

Mautkosten:

In der Mehrzahl aller europäischen Länder müssen Autofahrer mit recht unterschiedlichen Mautkosten im hochrangigen Straßennetz rechnen. Der Öamtc hat exemplarisch einige Routen berechnet: von Wien bis in die spanische Touristenhochburg Benidorm an der Costa Blanca fallen satte 111 Euro Mautgebühren an - pro einfache Strecke und ohne die heimische Vignette.

In Frankreich gibt es 80 kostenpflichtige Autobahn-Abschnitte, für eine Fahrt nach Nizza an der Cote d'Azur muss man 47,80 Euro bereithalten. Ähnlich teuer kommt eine Reise nach Griechenland: Wien - Thessaloniki macht 37,80 Euro.

In Italien gibt es 33 Maut-Strecken. Donnerstag wurde die meisten Tarife leicht angehoben. Die Reise Wien - Bibione ist aber mit 7,26 Maut-Euro immer noch verhältnismäßig günstig. Noch billiger kommt man ins kroatische Split: 4,22 Euro.

Verkehrsstrafen:

Große Löcher in die Urlaubskasse reißen Verkehrsstrafen. Wer um zwanzig km/h zu schnell dran ist, riskiert laut Arbö in Italien mindestens 140 Euro und in Ungarn mit 120 Euro immer noch das Vierfache der heimischen Strafe. Bei Alkohol am Steuer ist Frankreich (erlaubt: 0,5 Promille) führend: ab 750 Euro.

Ähnlich hart werden Alkolenker in der Schweiz (Promillegrenze: 0,8) bestraft: 730 Euro. Wer in Dänemark mit mehr als 0,5 Promille am Steuer erwischt wird, muss 540 Euro hinblättern. Die heimische Mindeststrafe beträgt 220 Euro. (simo, DER STANDARD Printausgabe 2.7.2004)

  • In Italien und in der Schweiz kann es beim Tanken teuer werden
    foto: aap/ owen humphreys

    In Italien und in der Schweiz kann es beim Tanken teuer werden

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