Aktionärsschützer kritisieren Post- und Telekomverkauf in Deutschland

4. Juli 2004, 18:30
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Ankündigung am Vorabend von Postbank-Börsengang heikel

Aktionärsschützer sehen die Ankündigung des deutschen Bundes, sich bis 2006 von seinen restlichen Post- und Telekom-Aktien zu trennen, mit großer Skepsis. "Das ist ein Gewicht, das über dem Kapitalmarkt hängt und ihn drücken könnte", sagte Reinhild Keitel von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) am Mittwoch in Berlin.

"Das beflügelt die Kurse sicher nicht"

Dies gelte auch dann, wenn der Bund - wie angekündigt - die Papiere nicht direkt an die Börse bringen, sondern sie zunächst bei der bundeseigenen KfW zwischenparken wolle, betonte Keitel. Die Staatsbank könne und wolle die Aktien auch nicht dauerhaft behalten. Sobald es also mit den Post- und T-Aktien wieder einmal aufwärts gehe, werde die KfW die bei ihr geparkten Anteilsscheine vermutlich auf den Markt werfen - "und das beflügelt die Kurse sicher nicht".

Bei der Finanznot der öffentlichen Hand liege es natürlich nahe, dass der deutsche Finanzminister Hans Eichel (SPD) Kasse machen wolle, sagte die Börsenexpertin weiter. "Doch für die Aktionäre bedeutet das schon jetzt eine gewisse Beeinträchtigung ihrer Kursphantasie." Überdies sei es "einfach unglaublich", dass Eichel den Ausverkauf der verbliebenen Bundesanteile an Post und Telekom "ausgerechnet am Vorabend vom Börsengang" der Post-Tochter Postbank verkündet habe, kritisierte Keitel das Timing des Finanzministers. "Damit werden die Postbank-Aktien nicht attraktiver, so etwas kann potenzielle Anleger vergraulen." (APA/AFP)

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