Schweizer Kommunikationschef wusste von Spuck-Attacke

24. Juni 2004, 20:20
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Der Verband bestreitet aber, Frei zur Lüge angestiftet zu haben

Zürich/Lissabon - In der Spuck-Affäre um den eidgenössischen Nationalspieler Alexander Frei steht der Schweizer Fußball-Verband (SFV) in einem schlechten Licht da. Wie der SFV in einer Mitteilung am Mittwoch bestätigte, hat der Stürmer dem Kommunikationsdirektor des Verbandes, Pierre Benoit, gestanden, den Engländer Steven Gerrard im EM-Spiel vor knapp einer Woche in Coimbra angespuckt zu haben. Die SFV-Führung bestreitet, dass andere Offizielle außer Benoit von Freis Geständnis gewusst haben und dass ihn jemand zur Lüge vor der Disziplinarkommission des Europäischen Fußball-Verbandes (UEFA) gedrängt habe.

Zu spät informiert

Verbandspräsident Ralph Zloczower und Generalsekretär Peter Gillieron, der Freis Interessen in Lissabon vor der UEFA-Kontroll- und Disziplinarkammer vertrat, seien erst am Dienstagabend in Obidos durch Benoit informiert worden, dass ihm Frei am vergangenen Freitagnachmittag "vertraulich und unter dem Mantel höchster Verschwiegenheit" sein Vergehen gestanden habe, heißt es in der SFV-Erklärung. Der 24-jährige Angreifer war zunächst von der UEFA freigesprochen, danach aber durch Fernsehaufnahmen eines Schweizer Senders überführt und für 15 Tage bis zum EM-Ende suspendiert worden.

Die SFV-Spitzenfunktionäre betonten in ihrer Stellungnahme, dass sie Freis Interessen vor der UEFA anders vertreten hätten, wenn sie über die Sache informiert gewesen wären. Insbesondere hätten sie "nicht den Tatbestand in Frage gestellt, sondern einzig das Strafmaß zu minimieren versucht". Frei seien von SFV-Vertretern "nie und in keiner Weise Vorgaben" gemacht worden, welche Aussagen er zu machen habe. (APA/dpa/SIZ)

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