Für Swisscom wäre TA "guter Partner"

28. Juli 2004, 11:24
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Sprecherin: "Haben mehrmals Interesse bestätigt" - Alternative Netzbetreiber erhoffen sich durch weitere TA-Privatisierung besseres Gehör beim Telekom-Regulator

Wien/Bern - Der mögliche Einstieg des Schweizer Ex-Telekom-Monopolisten Swisscom bei der börsennotierten Telekom Austria wird auch weiterhin von den Schweizern nicht kommentiert. Auf APA-Anfrage meinte jedoch deren Sprecherin Pia Colombo grundsätzlich, dass die Telekom "sicher ein guter Partner wäre". "Wir haben in der Vergangenheit mehrmals unser Interesse an der Telekom Austria bestätigt", sagte Colombo heute, Montag.

Darauf, dass dabei - wie von Branchenbeobachtern vermutet - die Südosteuropa-Aktivitäten der TA-Tochter Mobilkom Austria besonders begehrenswert wären, wollte sie nicht näher eingehen. Die Mobilkom betreibt ein Netz in Slowenien (SiMobil) und Kroatien (VIPnet).

"Privatisierung" an Staatsbetrieb

Innerhalb der heimischen Telekom-Branche herrscht inzwischen Rätselraten, welche Auswirkungen ein Swisscom-Einstieg auf die strategische Ausrichtung der Telekom hätte. Bei den Alternativen Mitbewerbern hofft man hinter vorgehaltener Hand, dass durch einen weiteren Rückzug des Staates die Telekomregulierung mehr auf die Wünsche des Mitbewerbs eingeht. Beim Verband der Alternativen Telekom-Netzbetreiber hatte man zuletzt eine zu große Nähe des Regulators gegenüber dem heimischen Platzhirschen Telekom kritisiert. Für Erheiterung bei den TA-Konkurrenten sorgt, dass ein möglicher Teilverkauf an die im Schweizer Staatsbesitz befindliche Swisscom unter dem Titel Privatisierung läuft.

Die Swisscom war bereits einmal in Österreich vertreten, und zwar als Miteigentümer des zweitgrößten heimischen Festnetz- und Internetbetreibers UTA. Für die Swisscom war das Engagement jedoch ein kostspieliges Abenteuer. Im Frühjahr 2002 hatten sich die Schweizer zurückgezogen und die UTA zum Abschied mit einem Verzicht auf die Rückzahlung ihres Darlehens in Höhe von 134,5 Mill. Euro und einer Zinsforderung in Höhe von 3,7 Mill. Euro vor der Überschuldung gerettet. (APA)

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