US-Gericht spricht Intertainment 106 Millionen Dollar zu

1. Juli 2004, 10:57
posten

Im Prozess gegen US-Filmproduzent Franchise

Los Angeles - Ein Gericht im US-Bundesstaat Kalifornien hat dem Münchener Medienunternehmen Intertainment AG im Prozess gegen den US-Filmproduzenten Franchise Pictures weitere 29 Millionen Dollar zugesprochen.

Das Gericht hatte den ehemaligen Hauptlieferanten von Intertainment bereits am Mittwoch zu einem Schadensersatz von 77 Millionen Dollar verurteilt. Die Intertainment-Aktien legten nach dem Prozesssieg zeitweilig um mehr als 70 Prozent auf 5,90 Euro zu. Am Freitag gingen die Titel mit 5,65 Euro aus dem Handel.

"Überhöhte Budgets"

Das US-Gericht hatte Franchise nach sechswöchigen Beratungen für schuldig befunden, überhöhte Budgets für etwa ein Dutzend Filme in Rechnung gestellt zu haben und Schadensersatzzahlungen festgesetzt. Bei den 29 Millionen Dollar handelt es sich um Strafzahlungen, die Franchise, Unternehmenschef Elie Samaha und weitere Filmproduzenten entrichten müssen.

Unklar war zunächst, ob Franchise die Entscheidung anfechten würde. Der Rechtsstreit hatte sich über Jahre hingezogen, da eine Gerichtsentscheidung immer wieder verschoben wurde. Die Geschäfte des Filmproduzenten und Rechtehändlers Intertainment waren dadurch belastet worden. Das Unternehmen hat bis heute keine Jahreszahlen vorgelegt, was ein Sprecher wegen der bisherigen Unsicherheit über den Prozessausgang begründete. Intertainment habe bei der Börse beantragt, die Veröffentlichung zu verschieben und wolle die Zahlen für 2003 und das erste Quartal nun "schnellstmöglich" vorlegen.

Fehlbetrag

Nach den letzten veröffentlichten Zahlen war der Konzernfehlbetrag in den ersten neun Monaten auf 6,5 Millionen Euro (minus 4,5) Millionen Euro gestiegen. Zudem erzielte das Unternehmen bis Ende September mit 4,1 (13,8) Millionen Euro nur noch ein Drittel seines Umsatzes vor einem Jahr. (APA/Reuters)

Share if you care.