Prinzhorn zieht sich als stellvertretender Parteichef zurück

20. Juni 2004, 14:22
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Dritter Nationalratspräsident: Parteiführung soll neu gewählt werden

Wien - Der Dritte Nationalratspräsident Thomas Prinzhorn (61) will sich als stellvertretender Parteichef der FPÖ zurückziehen. Das sagte Prinzhorn Mittwoch Abend in der "ZiB 2". Die Parteiführung solle neu gewählt werden, er wolle jedenfalls nicht mehr stellvertretender Parteiobmann sein, so Prinzhorn. Einflüsse wie jene des Neo-EU-Abgeordneten Andreas Mölzer wollte Prinzhorn nicht näher kommentieren. "Randerscheinungen sind Randerscheinungen", so Prinzhorn, er wolle sich dabei gar nicht näher in Namen ergehen.

Prinzhorn kann auf eine bewegte (FPÖ-)Karriere zurückblicken. Er war der Spitzenkandidat der Freiheitlichen für die Nationalratswahl 1999, wurde dann aber nicht an die Spitze gelassen. Im Herbst 2002 sah es dann so aus, als ob er in der Partei wieder eine größere Rolle spielen sollte, denn im September 2002 Jahres wurde er in Linz zum stellvertretenden Parteichef bestimmt. Der Unternehmer und Wirtschaftssprecher der Freiheitlichen galt vor allem als Stütze des Regierungsteams um die frühere Vizekanzlerin und FPÖ-Chefin Susanne Riess-Passer. Das Verhältnis zu Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider war dagegen zwischenzeitlich merklich abgekühlt.

Berg- und Talfahrt

Doch schon zuvor hatte die freiheitliche Laufbahn Prinzhorns einer Berg- und Talfahrt geähnelt. Denn 1998 hatte er sich nach knapp drei Jahren im Nationalrat aus allen Funktionen verabschiedet. Der Grund damals: Massive Meinungsunterschiede bezüglich des Haider-Kurses. Dabei hatte Prinzhorn damals maßgeblich mitgeholfen, für die wegen der Causa Rosenstingl schwer ins finanzielle Trubeln gekommene FP Niederösterreich ein Sanierungskonzept zu erstellen.

Ein Jahr darauf wurde er überraschend zum Spitzenkandidaten gekürt. Seinem Einzug ins freiheitliche Regierungsteam stand allerdings die Ablehnung durch Bundespräsident Thomas Klestil im Weg - und so entschied sich die FPÖ, den Papierindustriellen auf den Sitz des Zweiten Nationalratspräsidenten zu hieven, ein Amt, das Prinzhorn dem Vernehmen nach weniger tagespolitischen Spielraum erlaubte, als er es gerne gesehen hätte.

Politischer Werdegang

Was seinen politischen Werdegang betrifft, war Prinzhorn seit 1978 Vorstandsmitglied der Industriellenvereinigung Wien, von 1975 bis 1988 Vorsitzender des Ausschusses für Bildungs- und Gesellschaftspolitik, von 1988 bis 1993 Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaftspolitik, von 1991 bis 1993 Präsident der Landesgruppe Wien. FPÖ-Mitglied wurde Prinzhorn erst 1998.

Geboren wurde Prinzhorn am 5. März 1943 in Wien, sein Maschinenbau-Studium an der Technischen Hochschule in Wien schloss er 1967 ab. In Harvard studierte Prinzhorn zudem Wirtschaft, den Abschluss machte er dort 1973. In der Folge etablierte er sich mit den Firmen seines Vaters, der W. Hamburger AG und der Mosburger AG, als Papierindustrieller. (APA)

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