"Aura": Der NASA neues Flaggschiff in der Atmosphärenbeobachtung

10. Juni 2004, 18:30
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Empfindlichere Instrumente zur Untersuchung der atmosphärischen Selbstreinigungskräfte und der Klimaentwicklung

Goddard Space Center - In nur wenigen Wochen wird das Atmosphären-Mess- und Untersuchungsprogramm der NASA um ein Flaggschiff reicher sein: Der Aura-Satellit soll, wenn es planmäßig vor sich geht, am 26. Juni vom Goddard Flight Space Center in den Orbit geschossen werden, berichtet das Wissenschaftsmagazin "New Scientist".

Aura soll die Atmosphäre noch besser und noch genauer vermessen als bisherige Satelliten. Klimaforscher sollen dadurch einen genauen Eindruck darüber erhalten, wie einige der Chemikalien auf die globalen Erwärmung und Abkühlung wirken. Aura soll auch deutlich machen, ob die Klimamodelle, die bisher errechnet wurden, auch tatsächlich zutreffen. Vor allem die Unsicherheitsfaktoren der Klimamodelle sollen dann, so die NASA, beseitigt werden. Insgesamt wird Aura fünf Jahre lang Daten sammeln.

Empfindlichere Wahrnehmung

Erstmals soll der Satellit auch Daten erheben, die bisher zu klein oder zu gering waren, um eventuelle zukünftige Änderungen deutlich zu machen. Die Empfindlichkeit der Messgeräte des neuen Satelliten erlaubt eine Datensammlung von etwa einem Kilometer vertikal und mehrere zehn Kilometer in der Horizontale. Aura wird damit der erste Satellit sein, der ein globales Bild der Troposhäre, von der Erdoberfläche bis in etwa zehn Kilometer Höhe, widerspiegelt.

Aura soll sogar in der Lage sein, chemische Verunreinigungen der Troposhäre zu beobachten, um zu erkennen, wie die Selbstreinigungskräfte der Atmosphäre funktionieren. Bisher nehmen die Forscher an, findet dies in der Übergangsschicht zur darüber liegenden Stratosphäre statt. Aura soll diese Rätsel lösen. Auch die Ozonwerte sollen genau gemessen und untersucht werden, um festzustellen, ob das troposhärische Ozon aus menschlicher Aktivität stammt oder nicht. Nach dem Start von Aura werden dann insgesamt 19 Satelliten Daten der Erde messen und an die verschiedenen Forschungsstellen wie etwa die NASA weiterleiten. (pte)

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    illustration: nasa
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