"Arbeitslosigkeit kann jede/n treffen"

22. Juli 2004, 11:29
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Neue Publikation der Armutskonferenz über "Abstiegskarrieren"

"Mehr als 50 Prozent der Pensionsberechtigten sind bereits arbeitslos oder krank bevor sie in Pension gehen", weisen die SozialexpertInnen der ARMUTSKONFERENZ, anlässlich der Präsentation des Leseheftes "Arbeitslosigkeit kann jede/n treffen", auf die zunehmenden Abstiegskarrieren von Arbeitslosen im Alter hin.

"Beträchtlich angestiegen ist für ältere Menschen die Verweildauer in Arbeitslosigkeit", so der Sozialexperte Martin Schenk von der Diakonie. War eine 55-jährige Frau im Mai 2003 durchschnittlich schon 173 Tage arbeitslos, so ist sie dies im Mai 2004 bereits für 194 Tage. Das sind 21 Tage mehr, ein Anstieg um 12,2 Prozent. Bei den über 60-Jährigen ist die durchschnittliche Verweildauer sogar um 97,4 Prozent gestiegen. Besonders bei den Langzeitarbeitslosen sind mittlerweile 10.000 über 50-jährige gemeldet. Das ist ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent".

Jedenfalls sei das Risiko abzustürzen, gestiegen, "auch für Menschen, die ihr Leben lang damit nicht gerechnet hätten", fasst Schenk zusammen. Und die Fälle von Arbeitslosigkeit steigen weiter an. Dabei wäre Armutsvermeidung in einem der reichsten Länder alleine eine Frage der politischen Prioritäten. Nun liegt ein Leseheft vor, das "Hintergründe beleuchten, Vorurteile abbauen und Zusammenhänge herstellen" will, wie Volkswirt Heinz Zauner vom Armutsnetzwerk erläutert. "In einer Startauflage von 20.000 Stück wird es in Schulen, Betrieben, Pfarrgemeinden und bei allen Interessierten zum Einsatz kommen". (red)

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Armutskonferenz

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