"Vater des Computers" erfährt eine späte Ehrung

14. Juni 2004, 12:45
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Zum 50. Todestag erhielt Alan Turing eine blaue Säule als Anerkennung seiner Heimatstadt Manchester

Am 7. Juni 1954 beginn einer der größten Pioniere der Computer-Wissenschaften in seinem Haus in Cheshire Selbstmord; Alan Turing aß einen vergifteten Apfel und beendete so ein erfolgreiches und tragisches Wissenschaftler-Leben.

Ehrung

Genau 50 Jahre nach seinem Selbstmord wurde Turing nun ein Denkmal gesetzt. Die Manchester University enthüllte vor seinem Haus in der Adlington Road, in der Turing Selbstmord beging, eine blaue Säule. Auch vor seinem Geburtshaus in London wurde eine blaue Säule errichtet. Alan Turing wurde vor allem für seine kryptografischen Erkenntnisse und das Brechen der deutschen Enigma-Verschlüsselungsmaschine während des Zweiten Weltkriegs bekannt. Doch seine Erkenntnisse auf dem Gebiet der Computerwissenschaften machten ihn zu einem Vater des modernen PCs. Turing führte als erster die Binärzahlen in der Computerwelt ein, und läutete so einen Wendepunkt in der Computergeschichte ein.

Brillianz und Abneigung

Turings Brillianz konnte ihn jedoch nicht vor Anfeindungen und Abneigungen des konservativen Englands der 50er Jahre bewahren. Nachdem 1952 eine homosexuelle Beziehung zu einem jungen Mann aus Manchester bekannt wurde, wurde er vor Gericht gestellt. Anstelle einer Haftstrafe erklärte sich Turing bereit eine "Östrogen-Spritztherapie" über sich ergehen zu lassen. Über einen Zeitraum von einem Jahr wurde Turing mit Östrogen vollgepumpt, um so seine "abnormale Libido" in den Griff zu bekommen. Aufgrund seiner sexuellen Orientierung wurde Turing auch die Mitarbeiter am GCHQ, dem Nachfolger von Bletchley Park - den Codebrechern des Zweiten Weltkriegs - verwährt. Zwei Jahre nach seinem Auftritt vor Gericht beendete Turing sein Leben.(red)

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    Wissenschaftler, Computerpionier und "Code-Breaker" Alan Turing.

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