Gehrer will mit "klasse:zukunft"-Event Schulqualität vorantreiben

6. Juni 2004, 21:18
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Ministerin will "Qualitätsmemorandum" vorlegen - "Bildungsplan 2010" bis Herbst geplant - SPÖ strebt Konsens an

Wien - "Über alle Parteigrenzen hinweg die Schulqualität vorantreiben." - Dieses Ziel verfolgt Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) mit der von ihrem Ressort veranstalteten Dialogveranstaltung "klasse:zukunft" am Donnerstag und Freitag in St. Johann im Pongau. Ausgehend von den Vorschlägen der von Gehrer eingesetzten Zukunftskommission für die Schule soll im Rahmen der Veranstaltung ein Qualitätsmemorandum vorgelegt werden, in dem die Ziele der Qualitätsentwicklung formuliert werden. In weiterer Folge soll dann bis Herbst ein "Bildungsplan 2010" ausgearbeitet werden, was bis zum Ende des Jahrzehnts erreicht werden soll, um die Qualität im Schulbereich zu steigern, so Gehrer am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien.

Bereits zuvor hatte die Ministerin klar gemacht, dass die Experten-Vorschläge der Zukunftskommission nicht eins zu eins übernommen werden. "Es werden viele Vorschläge der Kommission dabei sein, aber auch viele, die bisher gefehlt haben", sagte sie vor einigen Tagen. Unter anderem hatte die Kommission ein Einschränken des Sitzenbleibens, Personalautonomie für die Schulen, ein Kurssystem in der Oberstufe und ein Recht auf Ganztagsbetreuung vorgeschlagen.

"Wir stehen am Beginn eines langen Weges, wobei ein Konsens über die Ziele, die wir erreichen wollen, am wichtigsten ist", meinte SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser am Mittwoch in einer Aussendung zu der Veranstaltung in St. Johann, zu der laut Gehrer die Bildungssprecher aller Parteien kommen. Das geplante Qualitätsmemorandum sei eine geeignete Basis, wenn die Qualität der österreichischen Schule und des Bildungssystems klar definiert sei.

Faktoren für die Schulqualität sind für Niederwieser neben dem guten Abschneiden bei internationalen Vergleichsstudien auch eine "gerechte Schule", in der jedes einzelne Kind bestmöglich gefördert werde, umfassende pädagogische Unterstützung für die Lehrer, eine frühe Förderung der Lesefähigkeit und Sprachkompetenzen, Maßnahmen für eine deutliche Einschränkung der Zahl der Klassenwiederholungen, die Integration behinderter Kinder und ein Elternrecht auf ganztägige Schulen. Für die SPÖ würden jene Bereiche im Vordergrund stehen, über die ein Konsens erzielbar scheint. "Wir erwarten aber auch von den anderen Parteien und von Bildungsministerin Gehrer, dass es in solchen Diskussionen keine Tabuthemen geben darf und dass sich alle Beteiligten in erster Linie davon leiten lassen, was die Expertinnen und Experten und die Schulpraktiker zu den einzelnen Vorschlägen zu sagen haben", sagte Niederwieser. (APA)

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