Preise für Online-Musik weit überhöht

9. Juni 2004, 11:19
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Aktion "50 Cent sind genug" der Zeitschrift c't soll zeigen, dass es auch anders geht

Die Musikindustrie klagt über Umsatzverluste durch Raubkopien, aber legale Online-Musikdienste in Deutschland sind schlecht bestückt und teuer. Obendrein verhindert digitales Rechtemanagement das Abspielen gekaufter Musik auf manchen Geräten. Dass es auch anders geht und Musikliebhaber bei fairen Angeboten ehrlich sind, soll mit der Download-Aktion "50 Cent und gut" demonstriert werden, die das Computermagazin c't in seiner aktuellen Ausgabe 12/04 startet.

Probeweise

Die Münchner Band Soul Kitchen hat für c't eine eingängige Soul-Ballade eingespielt. Unter www.50-cent-und-gut.de wird der eigens für die Aktion komponierte Ohrwurm "Hold Me In Your Arms" zum Download angeboten – verbunden mit der Bitte, dafür freiwillig 50 Cent zu bezahlen. Zur Wahl stehen vier verschiedene Audiokompressionsformate in drei unterschiedlichen Bitraten ohne digitales Rechtemanagement. Nach Abzug der Produktionskosten und GEMA-Abgaben geht der gesamte Erlös an die Künstler.

Zu teuer

Eine Analyse der Kostenstruktur ergibt laut c't, dass die derzeit im Online-Musikvertrieb verlangten Preise von bis zu 1,99 Euro für einen Song weit überhöht sind. "Die Labels, die GEMA, der Online-Shop – alle wollen ein großes Stück vom Kuchen abbekommen", so c't-Redakteur Sven Hansen. "Würden alle Beteiligten ihre Kostenvorteile an die Kundschaft weitergeben und konsequent den Rotstift bei ihren überzogenen Forderungen ansetzen, wäre selbst der 50-Cent-Download kein unerreichbares Ziel". GEMA- Abgaben kommen in der c't-Modellrechnung nicht vor, weil die Kunden bereits Pauschalen auf Leerkassetten, CD-Rohlinge, DVDs, Brenner und andere Geräte bezahlen.

Rechte

Zu den hohen Preisen der Musik-Shops im Internet kommt die komplizierte Handhabung. Die Kunden müssen sich mit unterschiedlichen Lizenzbedingungen vertraut machen. Das digitale Rechtemanagement behindert die freie Nutzung der bezahlten Musik. Bei einem Festplatten-Crash kann sogar die Lizenz zum Hören verloren gehen. (red)

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    grafik: c't
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