Bambusarten vor dem Aussterben

19. Juli 2004, 12:03
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Die Hälfte der weltweit 1.200 Arten ist betroffen - auch Tiere sind gefährdet

Nairobi - Wegen der anhaltenden Rodung der tropischen Regenwälder ist laut einer UN-Studie die Hälfte der weltweit 1.200 Bambusarten vom Aussterben bedroht. Nach der am Dienstag veröffentlichten Untersuchung des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) sind dadurch auch jene Tierarten gefährdet, die sich hauptsächlich von der tropischen Pflanze ernähren, so etwa der Panda. "Bambus ist eine der ältesten und faszinierendsten Lebensformen auf der Erde", erklärte UNEP-Direktor Klaus Töpfer. Die Pflanze sei nicht nur wertvoll für die Wirtschaft sondern auch für den Erhalt der Artenvielfalt.

Hauptnahrungsmittel

Bambus wächst weltweit in Regenwäldern, darunter in Asien, im Amazonasgebiet, in den Anden und in Afrika. Das bekannteste Tier, das sich von dem baumartigen Grasgewächs ernährt, ist der asiatische Riesenpanda. Aber auch für den roten Panda und den Schwarzbär im Himalaya zählt die Pflanze zu den Hauptnahrungsmitteln, heißt es in der Studie, die in Zusammenarbeit mit der Organisation Internationales Netzwerk Bambus und Peddigrohr (ONBAR) entstand.

In Ostafrika ernähren sich die Berggorillas den Angaben zufolge bis zu 90 Prozent von Bambus. Auf Madagaskar lebe eine vom Aussterben bedrohte Affenart praktisch ausschließlich von dem tropischen Gewächs. Kleine Tiere wie Fledermäuse nisteten in den Stangen der Pflanze.

250 Arten betroffen

Den Angaben zufolge sind 250 Bambusarten besonders betroffen, die nur auf Flächen von jeweils bis zu 2.000 Quadratkilometern vorkommen, was der Ausdehnung der Stadt London entspricht. Nach Aussage der UNEP ist auch die Wirtschaft vom Verschwinden des Bambus betroffen. Der weltweite Handel mit Bambusprodukten wie Nahrungsmitteln, Möbeln, Papier und Feuerholz wird auf jährlich zwei Milliarden Dollar (1,69 Milliarden Euro) geschätzt. (APA)

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    Ein Kleiner Pandabär frisst an einem Bambuszweig. "Panda" bedeutet im nepalesischen "Bambusesser".

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