Klein, aber oho - Juniors geben Gas

7. Juni 2004, 18:00
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Unerschrocken präsentierten sich die jüngsten Cyberschüler bei den Landesmeisterschaften. Die Jury war begeistert

Ein Memory und ein Kartenspiel sollen helfen, sich zwischen Fauna und Flora in einem Auwald zurechtzufinden. "Wir haben auch Bilder gezeichnet und über Ausflüge geschrieben", erklärt der 13-jährige Mohammed Suliman das Projekt Der Auwald der Informatikhauptschule Leipziger Platz in Wien. Aus den Junior-Projekten der Bundesländer Wien, Niederösterreich und Burgenland wurde es zum Sieger gekürt, ex aequo mit dem Projekt "Mein persönliches Kochbuch" der Wirtschaftshauptschule 1 in Berndorf.

Die Jury beeindruckte, "dass das alte Medium Buch im neuen Medium Internet präsentiert wurde", schwärmt Karl Lehner vom Bildungsministerium. Die Ergebnisse der Juniors seien besonders durch die Teamarbeit "wirklich gut" gewesen. Mit diesem Erfolgsrezept schafften es auch acht Mädchen mit der Schulhomepage Hauptschule Losenstein zum Sieg in Oberösterreich.

Gute Präsentation

Die Juniors glänzten auch bei den Präsentationen, stellt Karl Christian Posch von der TU Graz fest: "Die Gruppe eScience - pupils go public der 1. Klasse Hauptschule Hasnerplatz hat mir sehr gut gefallen, weil sie unerschrocken und trotzdem professionell auf das Thema zugegangen ist", so Posch, Mitglied der Grazer Jury. Ex aequo mit dem Projekt Bezirkshauptmannschaft Deutschlandsberg siegten die Hauptschüler in der Steiermark.

Für die älteren Juniors sei oft gerade die Performance ein Problem gewesen, weiß Juror Posch. Denn: "Ein paar Teilnehmer waren mitten in der Pubertät - das ist ein kritisches Alter, wenn es darum geht, sich zu präsentieren." Dazu käme, so Posch, bei vielen "ein massives Dialektproblem": "Viele 14-Jährige sprechen in tiefstem Dialekt - das passt nicht zu IT." Dafür hätten viele ältere Juniors aber den Nützlichkeitsaspekt ihrer Themen "sehr gut rübergebracht". So auch die Hauptschule 3 Spittal an der Drau, die für das Babyhotel Liesertalerhof in Kärnten zwölf Homepages gestaltete. Jene von Schüler Christof Erlacher wurde mit dem ersten Platz in Klagenfurt ausgezeichnet. "Wir arbeiten schon das zweite Jahr mit einer Firma zusammen," betont Direktorin Helga Spitzer. Mit connecting school to e-business seien die Kenntnisse in die Praxis umgesetzt worden.

Ab ins Finale

Trotz geringeren Anwendungsaspekts steht auch der Volksschule Kirchdorf-Lustenau in Vorarlberg ein Auftritt beim Bundesfinale bevor. Lehrer Christian Pernsteiner gestaltete mit seinen neun- bis zehnjährigen Schützlingen eine Klassenhomepage, die prompt auf dem Siegerstockerl der Ausscheidungen für Vorarlberg, Tirol und Salzburg landete. "Ich habe an einer eigenen Homepage gearbeitet und dann vorgeschlagen, eine Klassenhomepage daraus zu machen", schildert der neunjährige Stefan Hager.

Seine Platzierung teilt er mit Christine Schönleitner, Schülerin der Hauptschule Taxham in Salzburg und Gestalterin von Christin's Galaxy. Auf der Homepage der 14-Jährigen findet man unter anderem einen selbst gedrehten Film. Ihre Lehrerin Eva Wallner spricht von einem Selbstlernmodus: "Ich stehe zwar als Feuerlöscher zur Verfügung, doch zu dieser Arbeit gehört ein großes Maß an Eigenständigkeit." (rebe, lou)

  • Besuch im Auwald

    Besuch im Auwald

  • Die eigene Galaxie

    Die eigene Galaxie

  • Ferien im Babyhotel

    Ferien im Babyhotel

  • Rezepte schmökern

    Rezepte schmökern

  • Situationskomik an der Cyberschool
    illustration: kilian kada

    Situationskomik an der Cyberschool

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