Es wächst zusammen, was zusammen gehört

21. Juli 2004, 18:54
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Ungarn ist der drittwichtigster Auslandsmarkt für den burgenländischen Tourismus. Nach dem ersten Mai erhofft man sich im Burgenland noch mehr

Der burgenländische Tourismusverband setzt heuer vermehrt auf den ungarischen Markt und startete eine groß angelegte Werbekampagne in Budapest.

Landeshauptmann Hans Niessl stand, umrandet von roten, weißen und grünen Luftballons, anlässlich der Eröffnung einer Filiale der burgenländischen Reisebürokette Blaguss in Sopron. Bei strömendem Regen pries er dort das Viereck Wien, Bratislava, Györ und eben Sopron, als eine der besten Zukunftsregionen Europas. "Früher war die Grenze zwischen Burgenland und Ungarn die Bruchstelle zwischen zwei Machtblöcken. Heute ist es die Nahtstelle der Erweiterung.", so Niessl.

"Vár Burgenland Rád"

Das sieht auch das Burgenländische Tourismusbüro so. Unter dem Motto „Das Burgenland wartet auf Dich“ (Vár Burgenland Rád) wurde einen Monat lang intensiv per Radiospots und eigener Kumpf-Straßenbahn geworben. Ungarn, schon jetzt drittwichtigster Auslandsmarkt hinter Deutschland und der Schweiz, soll laut den Überlegungen der burgenländischen Urlaubsstrategen eine noch wichtigere Rolle spielen. Die Zahl der Nächtigungen ist im Vorjahr um 36 Prozent gestiegen, das macht in Summe 13.209 Gäste aus Ungarn, die im Jahr 2003 im Burgenland Urlaub machten.

Laut Burgenland Tourismus ist zwar der Ausflugstourismus, vor allem zu den Themen Esterházy und Batthányi, noch am wichtigsten in der Rangliste burgenländischer Sehenswürdigkeiten. Dicht darauf folgen allerdings schon der Rad- und der Wellnesstoursimus. Im Sommer fällt der Großteil der Nächtigungen auf die Region Neusiedler See.

Wellness boomt

Interessantes Faktum ist, dass die meisten ungarischen Gäste in Hotels der gehobenen Kategorie nächtigen, also vor allem Thermenhotels. Billigunterkünfte sind kaum gefragt. Ein Blick auf die Nächtigungsstatistik der nordburgenländischen Touristenstadt Neusiedl am See belegt dies. Zwar wird von Seiten der Burgenland Tourismus darauf hingewiesen, dass das meiste Sommergeschäft auf die Region rund um den Neusiedler See fällt, die Zahlen sprechen allerdings eine andere Sprache. Von knapp 91.500 Übernachtungen in Neusiedl im Jahr 2003, waren nur 600 aus Ungarn. Die meisten Gäste kommen aus Österreich, wobei sich das alte Stereotyp des "Meer der Wiener" bewahrheit, circa 20.000 Besucher aus der Bundeshauptstadt machten vergangenes Jahr in Neusiedl Urlaub. Angesprochen auf diese Zahlen, meint Erich Braun, Geschäftsführer des Neusiedler Blagussbüros: "Der Neusiedler See ist nicht wirklich ein Anziehungspunkt für ungarische Besucher. Die haben ja den Plattensee."

Branche positiv gestimmt

Trotzdem ist die Tourismusbranche positiv gestimmt. Die Tatsache, das Ungarn jetzt ein EU-Nachbar ist, verstärkt dieses Gefühl. Gravierende Änderungen dank des EU-Beitritts sind allerdings nicht zu erwarten, so Erich Braun, die Grenzen seien doch schon lange offen, durch den ersten Mai werde sich da nichts schlagartig verändern. (Rudy Wiedner)

  • Kumpf-Straßenbahn in Budapest
    foto: burgenland tourismus

    Kumpf-Straßenbahn in Budapest

  • Künstler Gottfried Kumpf und Burgenland Tourismus-Direktor Gerhard Gucher
    foto: burgenland tourismus

    Künstler Gottfried Kumpf und Burgenland Tourismus-Direktor Gerhard Gucher

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