Austria fährt Pflichtsieg ein

29. Juli 2004, 12:04
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Violette dominierten beim 2:1-Erfolg gegen Rapid über lange Zeit, mussten am Ende aber dennoch zittern, Traum­tor von Sigurd Rushfeldt

Wien - Die Wiener Austria bleibt in der T-Mobile Fußball-Bundesliga im Titelrennen. Der Titelverteidiger feierte am Sonntag zum Abschluss der 33. Runde im 268. Derby gegen Rapid einen 2:1 (2:0)-Auswärtssieg und reduzierte damit den Rückstand auf Leader GAK wieder auf drei Punkte. Es war der erste Erfolg der Veilchen im Gerhard-Hanappi-Stadion seit dem 27. Oktober 2002 (2:1), die Hütteldorfer haben hingegen nun schon 13 Mal in Folge gegen die Austria nicht gewonnen und sind nur noch Tabellen-Vierter.

Der Matchwinner war Sigurd Rushfeldt. Der norwegische Team-Stürmer erzielte beide Treffer seines Teams und kam damit in der Torschützenliste mit 21 Toren bis auf drei Treffer an GAK-Angreifer Roland Kollmann heran. Zunächst übernahm Rushfeldt einen 50-m-Pass von Ernst Dospel volley und überhob wunderschön den zu weit vor dem Tor stehenden Maier (32.). Acht Minuten später köpfte der Skandinavier aus rund sieben Metern ungehindert ein, nachdem Maier in Folge einer Janocko-Flanke von rechts einen Michael-Wagner-Schuss abgewehrt hatte.

Kampf vs. Technik

Bei beiden Gegentreffern machte die Rapid-Verteidigung keine gute Figur, die Anfangsphase hatte aber eindeutig den Gastgebern gehört. Die stark ersatzgeschwächten Grün-Weißen nahmen sich die Devise ihres Trainers Josef Hickersberger zu Herzen und setzten der technischen Überlegenheit der Austria eine Menge Kampf- und Laufbereitschaft entgegen. Die größte Chance der Heimischen hatte Lawaree, nach einem Wagner-Pass scheiterte der Belgier aber an Goalie Didulica.

Die Austria probierte es in der ersten halben Stunde fruchtlos mit langen hohen Bällen, erst beim ersten Tor war diese Taktik von Erfolg gekrönt. Nach dem Wechsel bekamen die Gäste die Partie immer besser in den Griff, machten aber nur das Notwendigste, um den Vorsprung zu halten. Rapid fand nicht die Mittel, die gegnerische Abwehr zu knacken. Ein unschöner Zwischenfall war der Wurf einer Schraube und eines offenen Taschenmessers (!) in Richtung Austria-Tor rund um die 55. Minute, Schiedsrichter Brugger ließ aber weiter spielen.

Der Anschlusstreffer brachte schließlich noch einmal Spannung ins Spiel. Der erst eine Minute zuvor in sein erstes Bundesliga-Spiel eingewechselte Dober zirkelte von rechts eine Maßflanke auf den Kopf von Vico, Didulica war geschlagen (77.). Der neue kroatische Teamtorhüter verletzte sich einige Minuten später, musste aber wegen des schon erschöpften Austausch-Kontingents weiter spielen. Rapid witterte auch darum noch die Ausgleichschance, die größte vergab aber Martin Hiden mit einem Freistoß (92.).

Hitzige Diskussionen

Nach dem Schlusspfiff kam es zu hitzigen Szenen, da Brugger nur vier Minuten nachspielen ließ. Nach Meinung Rapids dauerte alleine die Unterbrechung wegen Didulicas Verletzung so lange. Am Mittwoch kann Rapid wieder auf Rang drei vorstoßen, es steht daheim das Nachtragsspiel gegen FC Kärnten auf dem Programm.(APA)

SK Rapid Wien - FK Austria Wien 1:2 (0:2) Gerhard-Hanappi-Stadion, 18.000 (ausverkauft), SR Brugger.

Torfolge: 0:1 (32.) Rushfeldt 0:2 (40.) Rushfeldt 1:2 (77.) Vico

Rapid: Maier - Garics, Martin Hiden, Adamski, Jazic - Cehajic (46. Burgstaller), Prisc, Martinez (76. Dober), Sturm - R. Wagner (58. Vico), Lawaree

Austria: Didulica - Akoto (24. Troyansky), Afolabi, Ratajczyk, Dospel - Janocko, Vastic (55. Flögel), Blanchard, M. Wagner - Rushfeldt, Gilewicz (82. Verlaat)

Gelbe Karten: Hiden, Martinez, Burgstaller bzw. Blanchard, Rushfeldt, Dospel, Afolabi

  • Wahrscheinlich bester Mann am Platz: Sigurd Rushfeldt.

    Wahrscheinlich bester Mann am Platz: Sigurd Rushfeldt.

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