HVB nur knapp in Gewinnzone

29. April 2004, 19:03
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Bank bestätigt aber Ziele für Gesamtjahr 2004 - Zinsüberschuss um fast vier Prozent geschrumpft

München - Nach dem abschreibungsbedingt höchsten Verlust in der Konzerngeschichte im Geschäftsjahr 2003 ist die bayerische HypoVereinsbank (HVB) in den ersten drei Monaten des laufenden Jahrs nur knapp in die Gewinnzone zurückgekehrt. Im ersten Quartal 2004 sei ein Gewinn von 53 Mio. Euro erzielt worden, teilte die HVB am Donnerstag zur Hauptversammlung in München mit. Im Vorjahreszeitraum war auf vergleichbarer Basis ein Verlust von 25 Mio. Euro angefallen, im Gesamtjahr ein Minus von 2,6 Mrd. Euro. Mit ihrem Quartalsergebnis blieb die HypoVereinsbank hinter den Erwartungen der Finanzmärkte zurück.

Ziele bekräftigt

Die Münchener Mutter der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) hat trotzdem ihre Ziele für das Gesamtjahr bekräftigt. Angestrebt werde weiterhin ein Betriebsergebnis von 1,4 bis 1,7 Mrd. Euro, teilte das zweitgrößte deutsche Kreditinstitut weiter mit. "Wir sind zuversichtlich, dass wir auf der Ertragsseite im weiteren Jahresverlauf noch kräftig zulegen und unsere für 2004 angekündigten Ziele erreichen werden", erklärte Bank-Chef Dieter Rampl.

Im ersten Quartal lag die HVB auch beim Betriebsergebnis mit 290 Mio. Euro (Vorjahresquartal: 130 Mio. Euro) unter ihrem eigenen Zielkorridor von 315 bis 390 Mio. Euro.

Zinsüberschuss um fast vier Prozent geschrumpft

Ihre Kreditrisikovorsorge hat die HypoVereinsbank (HVB) im ersten Quartal 2004 um 15,7 Prozent von 575 auf 485 Mio. Euro gesenkt. Während sich Provisions- und Handelsergebnis wie erwartet entwickelten, ging der Zinsüberschuss als wesentlicher Ertragsposten um 3,7 Prozent auf 1,285 Mrd. Euro zurück, wie die Münchener Großbank, Mutter der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), am Donnerstag vor ihrer heutigen Hauptversammlung weiter mitteilte.

Die Bank erklärte, im ersten Quartal seien Maßnahmen zur Steigerung der Erträge in allen Geschäftsfeldern eingeleitet worden. Dies würde sich in den kommenden Quartalen in den Ergebnissen niederschlagen. Zudem steht der zweitgrößten deutschen Bank der volle Betrag aus der jüngsten Kapitalerhöhung, bei der die HVB rund 3 Mrd. Euro einnahm, ebenfalls erst für das zweite Quartal zur Verfügung, so dass aus der Anlage der Mittel Erträge erwirtschaftet werden können.

Veräußerungsgewinne

Im weiteren Verlauf würden außerdem Veräußerungsgewinne von 100 Mio. Euro aus dem Verkauf der Beteiligung am Energiekonzern E.ON und von rund 40 Mio. Euro für die verkaufte Beteiligung an Brau und Brunnen verbucht.

Bankenanalyst Metehan Sen vom Bankhaus Sal. Oppenheim sagte zu den HVB-Ergebnissen: "Die Zahlen sind schwach. Während andere Banken Rekordzahlen einfahren im Auftaktquartal, schaffen es die Münchener nicht." Vor allem der Zinsüberschuss sei niedriger als erwartet ausgefallen. Aus Sicht von WestLB-Analyst Georg Kanders ist es besonders bedauerlich, dass die HVB bei den wichtigsten Ertragsquellen - dem Zins- und Provisionsergebnis - so schwach abgeschnitten hat.

Commerzbank weit besser

Die Commerzbank - die deutsche Nummer Drei - hatte ihre Quartalszahlen am Montag veröffentlicht und mit einem Nettogewinn von 254 Mio. Euro fast fünf mal so viel wie die HVB verdient. Allerdings wird bei der HVB darauf verwiesen, dass das Auftaktquartal bei der Münchener Bank häufig nicht so stark läuft wie bei anderen deutschen Großbanken.

Mit wesentlichen Auswirkungen aus der Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH), wonach die HVB zwei Immobilienfinanzierungen rückabwickeln muss, rechnet die Bank nicht. "Aus der Gerichtsentscheidung entstehen keine wirtschaftlich bedeutsamen Effekte", sagte Finanzvorstand Wolfgang Sprißler am Donnerstag in einer Telefonkonferenz mit Analysten.´(APA/dpa/Reuters)

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