Bischof Laun: Kopftuchverbot der falsche Weg

28. April 2004, 20:52
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Verbot nur, wenn Kopftuch ein Zeichen der Unterdrückung von Frauen und des Terrors ist

Salzburg - Wenn das Kopftuch ein Zeichen des moslemischen Glaubens sei, gelte die Religionsfreiheit. Nur wenn es ein "Zeichen von Intoleranz, Unterdrückung von Frauen und Terror" ist, stelle sich die Frage des Verbots, "schließlich tolerieren wir ja aus guten Gründen auch keine Abzeichen anderer militanter Ideologien, auch wenn sie 'nur ein Stück Stoff' wären", meinte der Salzburger Weihbischof Andreas Laun in der jüngsten Ausgabe der Salzburger Kirchenzeitung "Rupertusblatt".

Trotzdem wäre ein Verbot der falsche Weg. "Kämpfen sollten wir weniger gegen Tücher, sondern gegen jenen aggressiven Islamismus, der uns heute weltweit Angst macht". Um diesen Kampf zu gewinnen, bedürfe es zwar auch der Gesetze, noch mehr aber der "Waffen des Geistes", so der Weihbischof. "Beharrlich einfordern müssen wir einerseits das Prinzip der Religionsfreiheit (...) und andererseits das Prinzip der Gerechtigkeit für alle." In punkto "internationale Gerechtigkeit" wäre dabei aber auch eine Gewissenserforschung der westlichen Welt dringend nötig, so Laun, schließlich gebe es keinen Friede ohne Gerechtigkeit. (APA)

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