Zweifel an Jordaniens Berichten über verhinderten Terroranschlag

29. April 2004, 15:21
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Terrorexperte sieht "politische Ankündigung" - König Abdullah: Terrorismus mit politischen Lösungen begegnen

Paris - Die Darstellung der jordanischen Behörden über vereitelte Pläne eines Chemiewaffen-Terroranschlags mit 80.000 Toten stößt bei französischen Spezialisten auf Skepsis. Das sehe mehr nach politischer Ankündigung aus, sagte der Leiter des Pariser Internationalen Zentrums zur Beobachtung des Terrorismus, Roland Jacquard, der Pariser Zeitung "France-Soir". "80.000 Tote, das sind keine Anschläge mehr, das ist der chemische Krieg! Und dafür benötigt man Laboratorien, Techniken, Experten. Es ist noch nicht einmal sicher, ob die Streitkräfte selbst das könnten."

Amman: Anschläge verhindert

Nach jordanischen Berichten wollten die Terroristen 20 Tonnen chemischer Sprengstoffe zünden, die 80.000 Menschen hätten töten und 160.000 weitere verletzen können. Spezialeinheiten haben in Jordanien nach Regierungsangaben eine Serie geplanter Chemie-Anschläge mit möglicherweise Zehntausenden Toten verhindert. Das jordanische Fernsehen strahlte am Montagabend Aussagen verhafteter Islamisten aus, die ihre Vorbereitungen für die Zündung von Sprengsätzen vor der Geheimdienstzentrale, der US-Botschaft und dem Büro des Ministerpräsidenten in der Hauptstadt Amman schilderten. Der Kopf der Gruppe, Asmi Jayyusi, räumte Kontakte zum Terrornetzwerk Al Kaida ein.

Der jordanische König Abdullah II. forderte, islamistischem Terrorismus mit politischen Lösungen für die Konflikte im Nahen Osten zu begegnen. Nach dem grünen Licht von US-Präsident George W. Bush für die unilateralen "Trennungspläne" des israelischen Regierungschefs Ariel Sharon, die faktisch auf eine Annexion palästinensischer Gebiete hinauslaufen, hatte der Monarch einen geplant gewesenen Besuch bei Bush abgesagt. (APA/dpa)

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