Jordanien: El-Kaida wollte Zehntausende mit Giftgas töten

28. April 2004, 09:25
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Gigantischer Terroranschlag verhindert - Hinter dem Plan soll Top-Terrorist Zarqawi stecken - TV strahlt Bekenntnisse von Islamisten aus

Amman - Die Sicherheitsbehörden in Jordanien haben nach eigenen Angaben ein katastrophales Attentat der Terrororganisation El Kaida mit chemischen Waffen vereitelt. Der Selbstmordanschlag auf den Sitz der Geheimdienste in der Hauptstadt Amman hätte bis zu 80.000 Menschen töten können, sagte ein Vertreter der jordanischen Sicherheitsdienste am Montagabend im staatlichen Fernsehen. Es seien mehrere Lastwagen mit 20 Tonnen Sprengstoff sichergestellt worden, den die Attentäter für die Anschläge benutzen wollten. Vier mutmaßliche El-Kaida-Mitglieder seien bei einer Razzia am 20. April getötet, sechs weitere seien festgenommen worden.

Mörderischte Operation in der Geschichte Jordaniens

"Die Operation wäre die größte und mörderischste in der Geschichte Jordaniens gewesen", hieß es in dem Fernsehbericht. Hinter dem Plan stecke der als Top-Terrorist gesuchte Jordanier Abu Mussab al Zarqawi. Das Fernsehen zeigte Bilder von beschlagnahmten Lastern und von chemischen Stoffen, aus denen die Terroristen demnach die Sprengladungen herstellen wollten. Auch die Geständnisse mehrerer Verdächtiger wurden ausgestrahlt.

Ein Jordanier namens Asmi el Jajussi, den die Behörden als Anführer der Terrorzelle in Jordanien bezeichneten, sagte, insgesamt hätten sechs mit Sprengstoff beladene Fahrzeuge in die Nähe des Hauptsitzes der Geheimdienste im Westen Ammans gebracht werden sollen. Dann sei ein Granatenangriff auf das Gebäude geplant gewesen, anschließend habe ein Lastwagen die durch die Tore rasen und inmitten des Geländes explodieren sollen.

20 Tonnen Sprengstoff

Ein Experte wurde in dem Bericht mit den Worten zitiert, bei dem Anschlag hätte es eine "konventionelle" Explosion geben sollen und eine chemische. Durch die chemische Explosion hätten sich Giftgase ausgebreitet, die vor allem Lungen und Augen angegriffen hätten.

Jajussi sagte weiter, er sei als Zarqawis Gefolgsmann in Afghanistan im Umgang mit "Sprengstoffen und starken Giften" ausgebildet und worden. Später habe Zarqawi ihn zur Vorbereitung des Chemie-Anschlags nach Jordanien geschickt. Seine Gruppe habe "rund 20 Tonnen Chemikalien" zusammenkaufen können, um "alle Operationen in Jordanien ausführen zu können".

Der Jordanier Zarqawi war Anfang April in seinem Heimatland in Abwesenheit zum Tode verurteilt worden. Er wurde für schuldig befunden, gemeinsam mit sieben weiteren Verurteilten im Oktober 2002 einen US-Diplomaten ermordet zu haben. Die USA haben auf den Jordanier ein Kopfgeld von zehn Millionen Dollar ausgesetzt, weil sie ihn für den Drahtzieher der zahlreichen Anschläge im Irak halten. Nach Einschätzung der US-Regierung will Zarqawi im Irak einen Bürgerkrieg anzetteln. (APA)

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    Die jordanischen Behörden haben in den letzten Jahren mehrmals angegeben, große Anschläge auf ausländische Einrichtungen verhindert zu haben.

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    Terrorist Hussein Shareef im Jordan TV

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    Chef einer Terrorzelle: Azmi Jayoussi

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