Unterwasser-Expedition findet weitere Quastenflosser

30. April 2004, 15:01
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Forscher hoffen auf mehrere isoliert lebende Bestände entlang der ostafrikanischen Küste

Johannesburg - Eine deutsche Unterwasser-Expedition ist in Südafrikas Küstengewässern auf weitere Exemplare des urtümlichen Quastenflossers gestoßen. Am südlichsten Ende der Sodwana-Bucht nahe der Grenze zu Mosambik entdeckte das Team des Max-Planck-Instituts für Verhaltensphysiologie in Seewiesen bei München zwei weitere Tiere. "Damit erhöht sich der dort bekannte Bestand auf 21 Exemplare", sagte am Montag die Zoologin Karen Hissmann.

Sie schloss nicht aus, dass entlang der ostafrikanischen Küste weitere isoliert lebende Bestände des Quastenflossers existieren. Seit Beginn der neunziger Jahre sind nach ihren Angaben drei Exemplare vor Mosambik und Tansania gefangen worden. Sollte die Finanzierung gesichert sein, ist für kommendes Jahr daher auch in mosambikanischen Gewässern eine Unterwasser-Expedition geplant.

Abgetaucht

Das Institut hat seit dem 21. April fünf Tauchgänge mit seinem Forschungs-Tauchboot unternommen und will bis zum 6. Mai ökologische Daten rund um den Lebensraum des Urfisches sammeln. Unter Leitung von Prof. Hans Fricke hat das Institut bereits seit 2002 vor Südafrikas Ostküste die dort lebenden Quastenflosser erforscht.

Ihre Entwicklungsgeschichte reicht bis zu 400 Millionen Jahre zurück. Sie galten lange als ausgestorben, ehe im Jahre 1938 vor Südafrikas Ostküste ein Exemplar in ein Fischernetz geriet. Weitere Funde verschiedener Arten der Quastenflosser gab es später unter anderem in Indonesien und vor den Komoren. "Wir schätzen den Bestand allein rund um die Komoren auf rund 600 Tiere", sagt Hissmann.(APA/dpa)

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    foto: der standard
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