Buchhaltung künftig ohne Beschränkung

29. April 2004, 19:44
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Gewerblichen Buchhalter dürfen künftig auch für Großbetriebe die Buchhaltung führen

Wien - Ein neues Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes (VfGH) erweitert den Berechtigungsumfang der gewerblichen Buchhalter, indem es die bisherigen Wertgrenzen-Beschränkungen aufhebt.

Die gewerblichen Buchhalter dürfen damit künftig auch für Großbetriebe die Buchhaltung führen. Das Verbot der Bilanzerstellung hat der VfGH hingegen bestätigt.

Nach der bisherigen Regelung durften gewerbliche Buchhalter nur für Unternehmen tätig werden, die - über zwei Jahre gerechnet - weniger als 800.000 Euro Umsatz machen. Der VfGH erkannte auf Gleichheitswidrigkeit und hob diese Regelung auf.

Expansionsproblem

Die Unsachlichkeit der bisherigen Regelung war für den VfGH insbesondere dort gegeben, wo ein Buchhalter einen Kunden verlor, nur weil das Unternehmen expandierte und in der Folge zwei Jahre hintereinander mehr als 800.000 Euro Umsatz machte.

Schon bisher keine Beschränkung in Bezug auf die Unternehmensgröße unterliegen die selbstständigen Buchhalter, die in der Kammer der Wirtschaftstreuhänder organisiert sind beziehungsweise die Wirtschaftstreuhänder selbst. Diese verlieren jetzt möglicherweise Teile ihres bisherigen Geschäftes.

Den Beruf des gewerblichen Buchhalters gibt es seit 1999. Die in der Wirtschaftskammer organisierte Berufsgruppe besteht mittlerweile aus rund 2300 Mitgliedern. (DER STANDARD Printausgabe, 26.04.2004 miba)

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