Bertrand Cantat-Werk kommt doch auf den Markt

30. April 2004, 13:23
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2002 aufgenommenes 55 Minuten langes Gedicht erscheint in Buch- und CD-Ausgabe

Paris - Im Verlag Verticales erscheint im kommenden Mai die Buchausgabe eines langen Gedichts des französischen Rocksängers Bertrand Cantat gemeinsam mit einer CD seiner Gruppe "Noir Desir". Die CD-Aufnahme umfasst die Darbietung des 55 Minuten langen Gedichts durch Cantat selbst, die im Juli 2002 im Rahmen des Festivals von Montpellier erfolgt war. Der 40-jährige Rocksänger befindet sich gegenwärtig in Litauen in Haft, nachdem er wegen der Tötung seiner Freundin Marie Trintignant zu acht Jahren Haft verurteilt worden war. Die Familie der Verstorbenen legte gegen das Urteil Berufung ein.

Die CD und das Buch mit dem Titel "Nous n'avons fait que fuir" ("Wir haben nichts anderes getan als zu flüchten") sollten bereits im Oktober 2003 veröffentlicht werden, gab Verlagsleiter Bernard Wallet bekannt. Der Termin wurde wegen des Mordprozesses in Vilnius allerdings aufgeschoben. Der Text umfasst rund 20 eng beschriebene Blätter, die in ihrer Originalform wiedergegeben werden, so Wallet.

"Das Schlechteste löscht das Beste nicht aus"

Bezug nehmend auf die Verurteilung Cantats heißt es in dem von Bernard Comment verfassten Vorwort des Buches: "Das Tragische hat sich ereignet. Seitdem möchten einige alles auslöschen. Ich glaube im Gegenteil, dass die Eigenschaft des Menschen, die seine Größe ausmacht, die Erinnerung ist, mit der man das Schlechteste und das Beste betrachtet. Aber das Schlechteste löscht das Beste nicht aus. Es macht es problematischer."

("Nous n'avons fait que fuir", mit CD, Edition Verticales, 56 Seiten, 12 Euro). (APA)

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    Bertrand Cantat

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