UNO schließt Büro ihres Sonderbeauftragten

26. April 2004, 01:33
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De Soto: Vertretung wird in den kommenden Wochen aufgegeben - Annan: "Verpasste historische Chance"

Nikosia - Die UNO wird nach der gescheiterten Volksabstimmung in Zypern ihr Vertretungsbüro auf der Mittelmeerinsel schließen. Dies kündigte der Sonderbeauftragte Alvaro de Soto am Samstagabend an, nachdem bei dem Referendum die Mehrheit der griechischen Zyprioten den Wiedervereinigungsplan von UNO-Generalsekretär Kofi Annan abgelehnt hatte.

Die UNO-Vertretung wird in den kommenden Wochen aufgegeben, sagte der peruanische Diplomat vor Journalisten in Nikosia. De Soto hatte den Annan-Plan, der einen Bundesstaat mit zwei Kantonen nach Schweizer Modell vorsah, mit ausgearbeitet.

UNO-Generalsekretär: Insel "bleibt gespalten und militarisiert"

Nach Meinung von UNO-Generalsekretär Kofi Annan bedeutet das "Nein" der griechischen Zyprioten zur Wiedervereinigung, dass "eine einmalige und historische Chance (...) vertan ist". Er respektiere das Ergebnis der Volksabstimmungen, ließ Annan am Samstagabend über seinen Sprecher in New York wissen. Es bedeute jedoch, dass Zypern gespalten und militarisiert bleibe und nicht in der Lage sei, die Vorteile des von den Führern beider Seiten unter UNO-Vermittlung ausgearbeiteten Abkommens zu genießen.

Annan, der sich in den vergangenen Jahren mehrmals persönlich in die Lösungssuche eingeschaltet hatte, begrüßte in seiner Stellungnahme ausdrücklich die Entscheidung der türkischen Zyprioten. Sie hätten dem Wiedervereinigungsplan trotz darin von ihnen geforderten Opfer zugestimmt. Er bedaure, dass sie trotz ihres "Ja" zum Plan nun nicht am 1. Mai in den Genuss der EU-Mitgliedschaft kämen. Umso mehr hoffe er, dass es andere Wege geben werde, den türkischen Zyprioten aus der unverschuldete Misere zu helfen. (APA/Reuters)

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