Vorbereitungen auf ein Nein

24. April 2004, 17:14
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Zyprioten in beiden Teilen der Insel stimmen über den UNO-Friedensplan ab

Am Samstag stimmen die Zyprioten in beiden Teilen der Insel über den UNO-Friedensplan ab. Doch statt des Endes der Teilung zeichnet sich eine neue Spaltung der Insel ab: Im türkischen Teil rechnet man mit einer überwältigenden Mehrheit der Jastimmen, im griechischen Teil zeichnet sich eine massive Ablehnung ab. Der griechisch-zypriotische Präsident Tassos Papadopoulos warnte die Bürger vor allzu großen Freudenfeiern bei einer Ablehnung des Referendums, blieb aber bei seinem Nein zum UNO-Friedensplan: "Es wird weder Gewinner noch Verlierer geben."

Papadopoulos zeigte sich zuversichtlich, dass es eine neue Chance geben werde: "Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass solche Pläne nicht einfach verschwinden." Zugleich machte er aber klar, dass der Annan-Plan die Basis für mögliche weitere Verhandlungen bleiben wird. Wenn der Plan abgelehnt werde, bedeute dies lediglich, dass das "Schlimmste abgewendet wurde".

Nachdem sich nun auch die kommunistische Partei AKEL endgültig auf ein Nein eingestimmt hat, scheint die Sache gelaufen zu sein. Von den großen Parteien hat sich lediglich die konservative DISY-Partei des ehemaligen Präsidenten Glafkos Klerides auf ein Ja festgelegt. Nicht zuletzt deshalb rechnet man hier mit einem negativen Ergebnis, spekuliert wird nur noch über das Ausmaß der Ablehnung. Nur wenige Optimisten hoffen noch auf eine knappe Zustimmung zum UN-Plan. (DER STANDARD, Printausgabe, 24./25.4.2004)

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cyprus-un-plan.org

Von Sonja Fercher aus Nikosia

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