Sonntag: Austria im Schlager gegen GAK

23. April 2004, 18:48
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Kronsteiner: "Spielen nach vorne, am liebsten 1:0 in letzter Minute" - Widerpart Schachner sieht seinen Ex-Klub als leichten Favoriten

Wien/Graz - Beide besitzen noch Double-Chance, beide weisen vor der fünftletzten Runde der T-Mobile-Bundesliga 62 Punkte auf und beide haben von den bisherigen drei Saison-Liga-Duellen bei zuletzt einem Remis je einen Sieg gefeiert: Am Sonntag kommt es im Wiener Horr-Stadion (16.30 Uhr/live ORF1) zum mit großer Spannung erwarteten Gipfeltreffen des Spitzenreiters und Titelverteidigers Austria Memphis Magna mit seinem Verfolger und Vize Liebherr GAK. Für den Hit sind nur noch rund 600 der 11.500 Karten zu haben.

"Es kann in diesem Spiel, das vom Umfeld kein normales ist und enorme Brisanz in sich birgt, eine Vorentscheidung fallen. Wer es gewinnt, ist aber noch lange nicht Meister. Sollten wir am 2. Mai nach dem Derby gegen Rapid mit einem Punkt vorne liegen, dann bin ich aber überzeugt, dass wir wieder den Titel holen", meint der violette Teammanager Günter Kronsteiner vor dem Freitag-Training, das hinter verschlossenen Stadion-Toren stattfand, und mit einem Blick auf das Restprogramm der Rivalen.

"Volle Kraft voraus!"

Kronsteiner, der keine Ausfälle beklagt und daher die Qual der Wahl für seine Aufstellung (Vastic oder Wagner?) hat, gab die Devise aus: "Volle Kraft voraus!" Er sei ein Vertreter der Offensive und liebe es, nach vorne spielen zu lassen. "Ich habe auch die Leute dafür. Wir spielen nach vorne, wollen gewinnen und das geht nur mit Offensive", ist der Austria-Feldherr von seiner Marschroute felsenfest überzeugt. Auf den Gegner schaue er nicht und an eine mögliche Niederlage denke er schon gar nicht.

Die Austria spiele den besseren Fußball, sei die technisch bessere Mannschaft als der GAK. "Ich stelle unsere individuelle Stärke über das gegnerische Kollektiv." Kronsteiner erwartet in den ersten 15 bis 20 Minuten ein Abtasten, ein Taktieren und wie meist in solchen Spielen viel Geduld. "Wir müssen warten können, werden zu Chancen kommen. Am liebsten wäre mir, würden wir das 1:0 in der letzten Minute erzielen, dann kann der Gegner nicht mehr reagieren", so der Teammanager der Gejagten, die daheim zuletzt am 21. Februar (0:1 gegen Pasching) verloren.

"Ein unwahrscheinlicher Biss drinnen"

Kronsteiner und sein Trainer Lars Söndergaard attestieren ihrem Kader, dass er "sehr gut drauf" ist. "Es ist ein unwahrscheinlicher Biss drinnen, jeder glaubt fest, dass wir dieses Spiel gewinnen und Meister werden", erzählt das Duo unisono. Der Teammanager, der nach eigenen Worten von Finanzier Frank Stronach so geschätzt werde, weil er nichts beschönige, erklärt Austria vor eigenem Publikum zum Favoriten, sieht jedoch auch auf den GAK-Schulter Druck lasten.

"Wenn die Grazer wie im Vorjahr in der Liga wieder nur Zweite werden, dann ist das für sie keine Vorwärtsentwicklung, sondern eine Niederlage", sagt Kronsteiner über den Gegner, der mittlerweile seit elf Runden (30. November 0:1 in Bregenz) ungeschlagen ist. Dass ihn sein ehemaliger Mitspieler und Trainerkurs-Kollege Walter Schachner überraschen könnte, glaubt er nicht. "Ich kenne die Philosophie Schokos, ich weiß genau jedes Wort, was er seinen Spielern sagt."

Für die Gastgeber sind die Grazer nicht die Nobodies, wie sie vielfach dargestellt würden. "Der GAK stellt das Gros des ÖFB-Teams, hat dazu ausländische Internationale und im Winter noch Legionäre geholt. Kollmann ist stets gefährlich, auch viele andere können Spiele allein entscheiden", warnt Kronsteiner, der den Ausfall Aufhausers nicht als GAK-Schwächung sieht. Sick sei um nichts schlechter, vielleicht sogar noch effektiver.

GAK sieht Austria als Favorit

Schachner sieht seinen Ex-Verein als "leichten Favoriten. Die Wiener haben das Publikum hinter sich und zudem die besseren Individualisten, gegen die wir uns keine Fehler erlauben dürfen", warnte Schachner. "Der Ausfall von Teamspieler Aufhauser tut weh, aber mit Sick haben wir einen mehr als vollwertigen Ersatz." Auch für "Schoko" hat der große Schlager keine entscheidende Bedeutung im Hinblick auf das Titelrennen. "Beide Mannschaften haben danach noch vier schwierige Partien, darunter die Derbys und Spiele gegen Abstiegskandidaten."(APA)

  • FK Austria - GAK (Horr-Stadion, Sonntag 16:30/live ORF1, Meier/SUI). Bisher: 3:1 (a), 0:1 (h), 0:0 (a)

    Austria: Didulica - Dospel, Afolabi, Ratajczyk, Dheedene - Helstad, Vastic/M. Wagner, Blanchard, Janocko - Rushfeldt, Gilewicz

    Ersatz: Safar - Akoto, Troyansky, Flögel, Verlaat, Kitzbichler, Dundee

    GAK: Schranz - Pötscher, Ehmann, Tokic, Standfest - Sionko, Muratovic, Sick, Amerhauser - Kollmann, Bazina

    Ersatz: Lienhart - Majstorovic, Dollinger, Ramusch, Hassler, Goossens, Sencar

    Es fehlen: Aufhauser, Pogatetz, Naumoski (alle verletzt)

    Restprogramm:

  • Austria:

    25.04. Austria - GAK 16.30 Uhr
    02.05. Rapid - Austria 16.30 Uhr
    08.05. Austria - Bregenz 15.30 Uhr
    15.05. Mattersburg - Austria 15.30 Uhr
    20.05. Austria - Kärnten 19.30 Uhr

  • GAK:

    25.04. Austria - GAK 16.30 Uhr
    01.05. GAK - Salzburg 15.30 Uhr
    08.05. Sturm - GAK 15.30 Uhr
    15.05. GAK - Superfund 15.30 Uhr
    20.05. Admira - GAK 19.30 Uhr

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