Jagd auf Attentäter von Riad

24. April 2004, 17:02
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Al-Kaida zugerechnete Gruppe erklärt "Heiligen Krieg" - Polizei erschießt drei Verdächtige in Saudiarabien

Jeddah - Nach dem Attentat in Riad am Mittwoch, bei dem ein Gebäude der Sicherheitskräfte zerstört und - laut neuesten Berichten - mindestens sechs Menschen getötet und etwa 150 verletzt wurden, haben die saudi-arabischen Behörden ihr Vorgehen gegen Extremisten verschärft. Bei Zusammenstößen mit der Polizei sind in der Hafenstadt Jeddah in der Nacht zum Freitag fünf mutmaßliche Extremisten getötet worden. Sie waren auf der Liste der meistgesuchten Verbrecher gestanden, wurde in Riad mitgeteilt.

Laut Sicherheitskräften wurde bei der Suche nach Verstecken von Extremisten ein Viertel im Norden der Stadt abgeriegelt. Bei einem Zwischenfall seien drei Verdächtige erschossen worden, ein vierter habe sich in die Luft gesprengt. Später wurde noch ein fünfter Mann getötet.

Entschlossenes Vorgehen

Seit den verheerenden Bombenanschlägen auf Ausländerwohnviertel in Riad im vergangenen Jahr mit - nach offiziellen Angaben - insgesamt 53 Toten geht die saudi-arabische Polizei entschlossener gegen mutmaßliche Terroristen vor. Zu dem Attentat von Mittwoch hatte sich eine Gruppe bekannt, die zu Al-Kaida gerechnet wird. Der Anschlag am Mittwoch habe sich gegen Antiterroreinheiten und Spezialkräfte der saudi-arabischen Sicherheitsdienste gerichtet, hieß es in einer auf mindestens zwei islamischen Internetseiten veröffentlichten Erklärung der so genannten El-Haramain-Brigaden. Diese hatten sich im Dezember auch zu einem Bombenanschlag auf das Auto eines Sicherheitsbeamten bekannt.

Weitere Anschläge angekündigt

In ihrer Erklärung kündigte die Gruppe weitere Anschläge aus Rache für die Tötung mehrerer führender extremistischer Muslimführer in Saudi-Arabien an. "Diese Operation, die euch Tyrannen das Rückgrat gebrochen hat, ist nur ein Vorgeschmack auf die vielen Schmerzen, die ihr, so Gott will, erleiden werdet. Die Rache mit Bomben und Attentaten und anderen Mitteln wird nicht aufhören. (...) Wir heilen unsere Wunden nur durch den Heiligen Krieg." Die USA haben bereits vergangene Woche ihre Bürger zum Verlassen des Landes aufgerufen. (dpa, Reuters)

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    Eines der sechs Opfer des Selbstmordanschlags von Mittwoch wird beigesetzt.

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