Feuerfesthersteller RHI erhöht Preise

29. April 2004, 19:41
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Wegen teurer Rohstoffe - 2003 mit bestem Ergebnis der Geschichte

Wien - Die auf feuerfeste Materialien spezialisierte RHI will Preiserhöhungen um durchschnittlich drei Prozent, bei Spezialprodukten um bis zu zwölf Prozent, durchsetzen.

Damit sollen die höheren Frachtkosten und die wegen Lieferengpässen in China kräftig gestiegenen Rohstoffpreise kompensiert werden, gaben die Unternehmensvorstände bei der Bilanzpräsentation am Donnerstag bekannt.

Nachfrage stimmt optimistisch

Aufgrund der starken Nachfrage ist man bei RHI optimistisch, die Preiserhöhungen flächendeckend durchziehen zu können. An allen 23 Standorten des Konzerns fahre man derzeit an der Kapazitätsgrenze.

Vor allem in China, zunehmend aber auch aus anderen Teilen der Welt erhalte man lukrative Aufträge, sagte RHI-Chef Helmut Draxler. Erst im Vorjahr hat RHI Eigenangaben zufolge die Weltmarktführung bei Feuerfest zurückerobert.

Klagen sorgten fasst für Konkurs

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2003 hat RHI, die 2001 wegen Asbestklagen gegen ihre US-Töchter knapp am Konkurs vorbeigeschrammt ist, mit einem Gewinn vor Minderheiten von 77,5 Mio. Euro das beste Ergebnis in der Konzerngeschichte erzielt.

Zwar ging der Umsatz wegen des inzwischen erfolgten Verkaufs einiger Aktivitäten von 1,36 auf 1,23 Mrd. Euro zurück. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) verbesserte sich aber um 3,7 Prozent auf 122 Mio. Euro. Damit wurden die vor einem Monat publizierten vorläufigen Zahlen voll bestätigt.

Lichtblick in den USA

Ein Lichtblick ergibt sich für RHI in den USA, wo dem Unternehmen nach Beilegung des Rechtsstreits in Asbestverfahren 70 Mio. Dollar zufließen könnten. Zuvor müssen aber noch die dortigen Gerichte zustimmen, was laut Draxler Vorabinformationen zufolge auch passieren sollte. Das Geld soll zum noch rascheren Schuldenabbau eingesetzt werden. Ende 2003 betrugen die Bankverbindlichkeiten 297 Mio. Euro.

Unzufrieden ist RHI mit der Zuteilung von Gratiszertifikaten für CO-Emissionen. Da hofft man noch auf "Vernunft in der Politik". (DER STANDARD Printausgabe, 23.04.2004 stro)

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